Die deutschen Flughäfen erwarten aufgrund anhaltend hoher Kerosinpreise im Sommer Flugstreichungen, die Millionen Passagiere betreffen könnten. Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), wies darauf hin, dass im schlimmsten Fall an einigen Flughäfen ein Kapazitätseinbruch von bis zu zehn Prozent drohe. Diese Situation könnte mehr als 20 Millionen Fluggäste betreffen, wie Beisel der „Welt am Sonntag“ mitteilte.
Die Preissteigerungen sind größtenteils auf den Iran-Krieg zurückzuführen. So sind die Kerosinpreise seit über zwei Monaten doppelt so hoch wie vor dem Konflikt. Beisel äußerte, dass viele Airlines unter diesen Bedingungen Flugverbindungen nicht wirtschaftlich durchführen können. „Es ist zu befürchten, dass insbesondere Low-Cost-Airlines und bei touristisch weniger bedeutenden Destinationen weitere Flüge gestrichen werden“, erklärte er. In der Folge könnten einige Ziele nicht mehr angeflogen oder nur noch zu höheren Preisen angeboten werden.
Um die Auswirkungen der Kerosinkrise abzumildern, fordern die deutschen Flughäfen staatliche Erleichterungen. Beisel spricht sich für eine Aussetzung der Luftverkehrssteuer und eine mittelfristige Halbierung dieser Steuer aus.
Die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte kürzlich erklärt, dass die Kerosinversorgung in Deutschland gesichert sei. Trotz dieser Zusicherung, bleibt die Branche in Anbetracht der hohen Preise und der unsicheren Marktlage besorgt über zukünftige Entwicklungen.