In Frankreich hat ein Untersuchungsausschuss die Empfehlungen zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vorgelegt, die auf Antrag der rechtsnationalen Splitterpartei Union des Droites pour la République (UDR) entstanden sind. Der Bericht sieht drastische Einschnitte vor, wie etwa die Fusion von France Info und France 24 sowie die drastische Reduzierung der Sportberichterstattung.
Der Ausschuss entblößte die Existenz eines heimlich aufgenommenen Videos, in dem zwei Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sich in einem Gespräch über einen Konkurrenten äußern. Diese Enthüllungen führten zu einer Suspendierung eines der Journalisten und heftiger Kritik von Vertretern der politischen Rechten. Jordan Bardella, Vorsitzender des Rassemblement National, begrüßte den Bericht, während grüne Abgeordnete betonten, dass der Ausschuss genutzt wurde, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu schwächen.
Die Chefin von France Television, Delphine Ernotte, hat die Empfehlungen als Anklage gegen den Rundfunk bezeichnet und wies darauf hin, dass diese einem Versuch zur historischen Schwächung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gleichkämen. Auch Premierminister Sébastien Lecornu äußerte sich kritisch und bemängelte, dass wichtige Zukunftsfragen unbehandelt blieben, lobte jedoch, dass keine vollständige Privatisierung des Rundfunks vorgeschlagen wurde.
Medienwissenschaftler warnen, dass mit der vorgeschlagenen Entscheidungskompetenz des Präsidenten über die Führungsspitzen des Rundfunks eine Gleichschaltung drohe. Der Bericht könnte einem größeren politischen Plan dienen, der darauf abzielt, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in den Dienst extrem rechter Parteien zu stellen, was im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2027 von Bedeutung sein könnte.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Frankreich steht unter erheblichem Druck, während die öffentliche Finanzierung durch einen Teil der Mehrwertsteuer nicht gesichert ist. Zukünftige Regierungen könnten die Mittel weiter kürzen, was die Unsicherheit über die Unabhängigkeit und die Funktionalität des Rundfunks in der französischen Medienlandschaft verstärkt.