Die Zukunft des Batterieherstellers Varta ist ungewiss. Eine Gruppe bedeutender Gläubiger plant, das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauszulösen und auf eine neue Eigentümerstruktur zu übertragen. Diese Maßnahme könnte der erfolgversprechendste Weg sein, um Teile des Unternehmens zu sichern und die Insolvenz abzuwenden.
Zu der Gläubigergruppe gehören die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox. Diese Entwicklungen wurden in mehreren Medien detailliert beschrieben. Die Gläubiger begründen ihren Kurswechsel mit dem angespannten finanziellen Zustand des Unternehmens mit Sitz in Ellwangen (Baden-Württemberg). Eine Analyse der Unternehmensberatung FTI habe einen operativen Liquiditätsbedarf im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ergeben, was bedeutet, dass erhebliches Kapital für den laufenden Betrieb benötigt wird.
Den Gläubigern zufolge habe sich bislang kein Investor oder Beteiligter gefunden, der bereit ist, die erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Daher beabsichtigt die Gruppe, ihre vertraglichen Rechte aus der Finanzierungsvereinbarung während der Restrukturierung von 2024 geltend zu machen. Die Umsetzung dieser Pläne erfordert jedoch behördliche Genehmigungen.
Die Schwierigkeiten für Varta wurden durch den Verlust eines bedeutenden Kunden, Apple, zusätzlich verstärkt. Im Mai wurde der Liefervertrag für Knopfzellenbatterien für die AirPods gekündigt, was zur Schließung des Varta-Werkes in Nördlingen mit rund 350 Arbeitsplätzen im Oktober führen wird. Michael Tojner, Mitgesellschafter und Unternehmer, äußerte den Wunsch, Teile des Unternehmens weiterzuführen, betonte jedoch, dass dies nur durch ein weiteres Sanierungsverfahren möglich sei. Dabei seien „harte Einschnitte“ notwendig. Die hohen Energiepreise und Lohnkosten in Europa stellen zudem eine erhebliche Herausforderung für die Batterieproduktion dar.
In dieser angespannten Situation äußerte sich auch die IG Metall. Der zweite Bevollmächtigte und Geschäftsführer der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd, Fabian Fink, bezeichnete die drohende Zerschlagung als eine „riesige Katastrophe“. Er forderte Transparenz und Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen, da die zukünftigen Perspektiven der Beschäftigten unklar sind.