Die Ölvorräte der 38 OECD-Staaten sind im Mai 2026 auf den tiefsten Stand seit 1990 gesunken. Laut dem jüngsten Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) wurden in diesem Zeitraum 252 Millionen Barrel aus den globalen Beständen entnommen, wovon allein 163 Millionen Barrel aus den Vorräten der Industrie-Nationen stammen. Diese Maßnahme wurde ergriffen, um ungeplante Ausfälle in der Lieferkette durch den Iran-Krieg auszugleichen.
Der Rückgang der Ölbestände geschah in Rekordzeit, obwohl auch die weltweite Nachfrage nach Öl infolge steigender Preise und gestörter Lieferketten zurückging. Die IEA hat ihre Prognose für die globale Ölnachfrage für 2026 gesenkt und erwartet einen Rückgang um etwa 1,1 Millionen Barrel pro Tag, was den stärksten Einbruch seit der Corona-Pandemie darstellt.
Das Nachfrageniveau liegt nun etwa ein Prozent unter den Werten des Vorjahres, nachdem noch zu Jahresbeginn ein Anstieg um 770.000 Barrel pro Tag prognostiziert worden war. Diese dynamische Marktentwicklung stellt die Energiepolitik der OECD-Länder vor Herausforderungen, da gleichzeitig die Anspannung im globalen Energiesektor durch den Iran-Konflikt zunimmt.
IEA-Chef Fatih Birol bezeichnete die Situation als die größte Energiekrise in der Geschichte. Um die Auswirkungen dieser Krise abzumildern, koordinierte die IEA die Freigabe von 400 Millionen Barrel aus den Reserven ihrer Mitgliedsländer, um die Marktverwerfungen durch den Konflikt abzufedern. Die Blockade der Straße von Hormus durch Iran hat die Ölpreise zusätzlich in die Höhe getrieben, was die internationalen Märkte weiter destabilisiert.
Diese Faktoren führen insgesamt zu einem signifikanten Druck auf die wirtschaftliche Stabilität von Ländern abhängig von Ölimporten, während gleichzeitig die hohen Preise die Einnahmen von Produzenten wie Russland steigern.