Die Stimmung in der deutschen Reisebranche hat sich erheblich verschlechtert, insbesondere seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs. Mehr als die Hälfte der Reisebüros und Reiseveranstalter meldet eine spürbare Nachfrageschwäche. Die Folge sind zahlreiche Flugstreichungen und Verteuerungen bei Reisekosten, die durch steigende Benzinpreise und Inflation verstärkt werden.
Laut des Münchener ifo Instituts hat sich der Geschäftsklima-Index für die Reisebranche im April noch einmal verschlechtert und einen historischen Tiefstand erreicht. Besonders besorgniserregend ist die Unsicherheit, die viele Deutsche dazu bewegt, mit Buchungen zurückhaltend umzugehen. Reisewarnungen und die angespannte geopolitische Lage tragen zur Skepsis der Verbraucher bei.
Ein eindeutiges Plus zeigt sich jedoch in den Märkten für sichere Reiseziele. Beliebte Destinationen wie die Balearen, Kanaren und Südfrankreich berichten von Rekordbuchungen. „Die Kunden suchen sich kurzfristige Alternativen“, stellt Thorsten Schäfer vom Deutschen Reisebüroverband fest.
Zwar halten viele Deutsche ihre Reisepanungen für unsicher, doch der Druck auf die Preise ist nach wie vor präsent. Eine Reihe von Faktoren, wie die Überkapazitäten von Flugzeugen und angespannte Sitzplatzangebote, führt dazu, dass viele Reisende ihre Buchungen aufschieben.
Die TUI, der größte Reiseveranstalter weltweit, hat berichtet, dass rund die Hälfte der Urlauber, die in 2026 reisen möchten, noch nicht gebucht haben. Diese Unsicherheit könnte zu weiteren Einbußen in der Branche führen, vor allem angesichts der teils massiven Preissteigerungen aufgrund der Kostenexplosion bei Energie und Kerosin.
In einer ersten Bilanz gibt TUI die finanziellen Belastungen des Konflikts auf etwa 40 Millionen Euro an. Weitere Faktoren, wie die durch den Hurrikan Melissa verursachten Schäden in der Karibik, bringen zusätzliche Belastungen mit sich. Auch wenn einige Reisen gestrichen wurden, verdeutlicht der Konzern, dass die grundlegende Nachfrage nach Urlauben weiterhin besteht, auch wenn sie sich momentan anders manifestiert.
Auch für die Kreuzfahrtbranche ist die Lage angespannt. Viele Passagiere sind vorübergehend in Krisengebieten festsitzend. Die Unternehmen berichten von hohen Kosten für Evakuierungen und Umbuchungen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Reisestimmung in Deutschland aufgrund des Iran-Kriegs stark verändert hat. Kurzfristige Buchungen und ein verändertes Reiseverhalten der Kunden werden die kommenden Monate prägen. Der Sommerurlaub ist nach Einschätzung der Branchenvertreter dennoch nicht in unmittelbarer Gefahr.