Die italienischen Behörden setzen verstärkt Maßnahmen zur Schaffung von mehr kostenlosen Stränden um. In mehreren Regionen, insbesondere in Ostia, einem Stadtteil Roms, wurden illegale und überteuerte Strandbäder geschlossen. Aktuell laufen Abrissarbeiten an zwei kommerziellen Strandbetrieben, um Platz für öffentliche Strände zu schaffen, die für alle Bürger zugänglich und kostenlos sind.
Das Ziel ist es, die bisher nur 1,2 Kilometer langen Gratis-Strände auf 6,5 Kilometer auszuweiten. Derzeit existieren in Ostia etwa 70 private Strandbäder, zukünftig sollen es nur noch 35 sein. In Italien gehört der Strand gemäß Gesetz dem Staat, was bedeutet, dass das Ufer öffentlich und kostenfrei zugänglich sein sollte. Tatsächlich sind jedoch über die Hälfte der Strände in privater Hand vergeben.
Die Behörden reagieren mit diesem Schritt auf die wachsende Kritik an hohen Gebühren für Strandliegen und den schwer zugänglichen Küstenabschnitten, die oft durch Mauern und Zäune versperrt sind. Diese Situation führt zu vermehrtem Unmut unter den Bürgern. In Ligurien und Apulien sind daher ähnliche Initiativen geplant, um private Strandbäder abzubauen.
Die Maßnahmen stehen auch im Einklang mit einer EU-Richtlinie von 2006, die die regelmäßige Neuvergabe staatlicher Konzessionen für Strandabschnitte vorschreibt. Laut dieser Richtlinie soll ab 2027 mit der Umsetzung begonnen werden, was die aktuellen Veränderungen weiter legitimiert.