Italo plant Einstieg in den deutschen Fernverkehr mit 30 neuen Zügen

Italo plant Einstieg in den deutschen Fernverkehr mit 30 neuen Zügen

Juni 19, 2026
1 min. lesezeit

Das deutsche Zugangebot könnte bald aufgemischt werden. Das italienische Unternehmen Italo plant, im Jahr 2028 in den deutschen Fernverkehr einzusteigen und investiert dafür 3,6 Milliarden Euro. Die Firma möchte 30 Züge von Siemens erwerben, die auf stark frequentierten Strecken wie Hamburg-Berlin und München-Köln-Dortmund eingesetzt werden sollen.

Italo setzt darauf, durch günstigere Preise und verbesserten Service die bestehenden Anbieter im deutschen Markt herauszufordern. Dies könnte insbesondere für die Deutsche Bahn (DB) zu einem Wettbewerb führen, der sowohl die Ticketpreise als auch die Servicequalität beeinflussen könnte. Der italienische Betreiber ist nicht allein: Bereits im letzten Jahr hatte die italienische Staatsbahn Trenitalia angekündigt, ebenfalls in den deutschen Markt einzusteigen und plant, bis zu 50 Züge zu betreiben.

Die Reaktionen auf Italo’s Eintritt sind gemischt. Der Verkehrsforscher Andreas Knie sieht in dieser Entwicklung eine Chance für die Bahnkunden, da der Wettbewerb zu besseren Verbindungen und niedrigeren Preisen führen könnte. Knie betont, dass die Förderung grenzüberschreitender Verbindungen ebenfalls ein wichtiges Ziel sein sollte, um die Reisenden zu unterstützen, die nach internationalen Reiseoptionen suchen.

Gleichzeitig sehen Verantwortliche der Deutschen Bahn eine ernsthafte Bedrohung. DB-Chefin Evelyn Palla warnte vor den Folgen eines ungeregelten Wettbewerbs und forderte von der Politik, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um mögliche negative Auswirkungen auf die Mehrheit der Reisenden zu verhindern. Die Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft EVG äußerte sich ebenfalls kritisch und befürchtet, dass weniger profitablen Strecken weniger Geld zur Verfügung stehen könnte, was 16 Städten die Anbindung an den Fernverkehr kosten könnte.

Obwohl die Bundesregierung grundsätzlich Wettbe­werb auf der Schiene begrüßt, ist die Vergabe von Bahntrassen ein entscheidendes Thema. Diese Verantwortlichkeit liegt bei DB InfraGO, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, die unter Aufsicht der Bundesnetzagentur agiert. Die Entscheidung wird in den kommenden Tagen erwartet und könnte weitreichende Auswirkungen auf die Wettbewerbsbedingungen im deutschen Schienenverkehr haben. Italo hat bereits Beschwerde bei der Bundesnetzagentur eingelegt, um faire Regelungen für alle Anbieter zu fordern. Der Disput um die Trassenvergaben unterstreicht die Komplexität des deutschen Bahnsystems und die Schwierigkeiten, neue Akteure in einen bereits stark regulierten Markt einzuführen.

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