Kanada hat einen milliardenschweren Großauftrag über den Bau von zwölf hochmodernen U-Booten an den Kieler Marineschiffbauer TKMS vergeben. Dies wurde am 6. Juli 2026 von Premierminister Mark Carney bekannt gegeben. Der Auftrag ist der größte U-Boot-Vertrag in der Unternehmensgeschichte von TKMS und könnte der deutschen Rüstungsindustrie bis zu 100 Milliarden kanadische Dollar, umgerechnet etwa 62 Milliarden Euro, bringen.
Die Entscheidung fiel nach monatelangem Wettbewerb zwischen deutschen und südkoreanischen Anbietern. Carney betonte, dass die Auswahl auf die beste Plattform und Partnerschaft abzielte, um Kanadas strategische Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen zu wahren. Die neuen U-Boote, die auf dem bewährten Typ 212CD basieren, werden dazu beitragen, eine trilaterale Flotte mit der norwegischen Marine zu bilden, was die Zusammenarbeit innerhalb der NATO stärkt.
Ein zentraler Aspekt des neuen Programms ist die Überwachung und Abschreckung in der kanadischen Arktis. Mit dem schmelzenden Polareis eröffnen sich neue Schifffahrtswege, die sowohl Chancen als auch Bedrohungen mit sich bringen. Carney hob hervor, dass die Sicherheit in der Arktis als wesentlicher Bestandteil der Verteidigungsstrategie Nordamerikas und der NATO angesehen wird.
Die Bedingungen für den Vertrag sehen vor, dass die Investition Kanadas durch lokale Projekte ausgeglichen wird, um auch in Kanada neue Arbeitsplätze zu schaffen. In Deutschland könnten durch den Auftrag mehr Beschäftigung in den Werften in Kiel und Wismar entstehen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete die Vergabe des Auftrags als Meilenstein für die transatlantische Sicherheit.
Der Deal soll nicht nur die militärische Kapazität Kanadas stärken, sondern auch die deutschen Hersteller in der Rüstungsindustrie unterstützen und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Kanada weiter festigen.