Lieferengpässe infolge des Iran-Kriegs betreffen globale Märkte

Lieferengpässe infolge des Iran-Kriegs betreffen globale Märkte

April 3, 2026
1 min. lesezeit

Die Blockade der Straße von Hormus, ausgelöst durch den Iran-Krieg, hat signifikante Auswirkungen auf die globalen Lieferketten und die Weltwirtschaft. Der Preis für Diesel hat ein Rekordniveau erreicht, was auf die gestiegenen Kosten für Öl und Gas zurückzuführen ist. Dies führt nicht nur zu höheren Treibstoffkosten, sondern auch zu Engpässen bei einer Vielzahl von Produkten, darunter Computerchips und Medikamente.

Insbesondere das Edelgas Helium, das für die Kühlung von Computerchips unerlässlich ist, könnte knapp werden. Die Produktion des Edelgases wurde aufgrund von Angriffen auf Anlagen in Katar stark beeinträchtigt. Katar ist für etwa ein Drittel der weltweiten Heliumversorgung verantwortlich, und die Industrie in Taiwan und Südkorea könnte nur noch drei Monate mit den bestehenden Vorräten auskommen. Dies warnt vor einer drohenden Unterbrechung in der Chipproduktion, wenn die Heliumversorgung nicht sichergestellt werden kann.

Auch der Bereich der Medizintechnik sieht sich einer ähnlichen Bedrohung gegenüber. Helium wird in vielen Anwendungen benötigt, darunter für MRT-Scanner, wo es zur Kühlung der Magneten dient. In Deutschland ist die Industrie weitgehend von Importen abhängig, und die Pharmaindustrie zeigt sich besorgt über die potenziellen Auswirkungen dieser Engpässe auf die Medikamentenproduktion.

Ein weiterer betroffener Sektor ist die Aluminiumindustrie. Angriffe auf Produktionsstätten in Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten haben bereits zu Schäden geführt. Der Persische Golf produziert zwischen acht und neun Prozent der weltweiten Aluminiumherstellung. Der Krieg hat bereits vorübergehende Engpässe verursacht, und Experten warnen, dass die Versorgung auch bei einer Deeskalation der Konflikte weiterhin angespannt bleiben könnte.

Zusätzlich kämpfen Hersteller von Kunststoffen mit einem akuten Mangel an erdölbasierten Rohstoffen. Produkte wie Einwegverpackungen, Lebensmittelbehälter und andere Kunststoffartikel könnten in den kommenden Wochen teurer werden. Die Preise für Kunststoffrohstoffe wie Polyethylen und Polypropylen steigen, was auf die Belastung der Lieferketten zurückzuführen ist.

Außerdem ist die Düngemittelindustrie betroffen. Die Preise für Ammoniak und Schwefel, essentielle Komponenten in der Düngemittelproduktion, sind stark gestiegen, da der Großteil dieser Materialien in der Golfregion hergestellt wird. Langfristige Preissteigerungen in diesem Bereich könnten die Landwirtschaft und folglich die Nahrungsmittelpreise weltweit negatively beeinflussen und die Gefahr einer verschärften Ernährungskrise erhöhen.

Der Krieg im Iran hat somit weitreichende und multifaktorielle Konsequenzen für die wirtschaftliche Lage in verschiedenen Sektoren, welche die Alltagspreise und die Verfügbarkeit von Waren erheblich beeinflussen.

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