Die Luftfahrtbranche fordert umfassendere steuerliche Entlastungen, um im europäischen Wettbewerb wettbewerbsfähiger zu bleiben. Hintergrund ist die geplante Senkung der Ticketsteuer, über die der Bundestag am kommenden Donnerstag abstimmen wird. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) bezeichnete die Absenkung als unzureichend, um den Wettbewerbsnachteilen gegenüber anderen Staaten entgegenzuwirken. Diese Einschätzung wird durch den Flughafenverband ADV unterstützt, der darauf hinweist, dass die Maßnahme nicht die notwendige Signalwirkung für eine Wende im Luftverkehr markt zeigen werde.
Die geplante Steuerreform sieht eine Reduzierung der Luftverkehrsteuer vor, die für Inlands- und europäische Flüge von 15,53 Euro auf 13,03 Euro herabgesetzt werden soll. Für Mittelstreckenflüge sind Anpassungen von 39,34 Euro auf 33,01 Euro und für Langstreckenflüge von 70,83 Euro auf 59,43 Euro vorgesehen. Laut der Bundesregierung sei die Senkung als erster Schritt gedacht, um die Angebotsreduzierung von Fluggesellschaften, wie Ryanair, zu adressieren.
Kritik kommt nicht nur von der Luftfahrtbranche; auch der Verkehrsclub Deutschland äußert sich negativ zu dem Vorhaben. In einer Stellungnahme wird erklärt, dass die Senkung in der aktuellen Energiekrise und angesichts der Herausforderungen des Klimawandels das falsche Signal setze. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass diese Art von Subventionen zu Wettbewerbsverzerrungen führen könnte.
Die Gesetzesänderung muss nach der Zustimmung des Bundestags auch noch durch den Bundesrat abgesegnet werden. Eine Anhörung im Finanzausschuss steht ebenfalls bevor. Der Plan, die Steuer auf das Niveau von 2024 zurückzuführen, zeigt das Bestreben der Koalition, den Luftverkehr zu entlasten, jedoch bleibt unklar, ob die geplanten Maßnahmen ausreichen werden, um die Branche nachhaltig zu unterstützen.