Marktbericht: DAX unter Druck durch Spannungen im Nahen Osten und Zinssorgen

Marktbericht: DAX unter Druck durch Spannungen im Nahen Osten und Zinssorgen

Juni 11, 2026
1 min. lesezeit

Die Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und Iran hat schwerwiegende Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte. Als Reaktion auf neue US-Angriffe auf iranische Ziele hat das iranische Militär die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr vollständig gesperrt. Anleger weltweit gehen daher von einem schwächeren Handelsbeginn aus, besonders im europäischen Raum. Der DAX wird laut Broker IG voraussichtlich 0,3 Prozent tiefer auf 24.145 Punkten eröffnet, nachdem er bereits am Mittwoch um ein Prozent gesunken war.

Asiatische Märkte zeigten sich ebenfalls unter Druck: Der MSCI-Index für den asiatisch-pazifischen Raum fiel um 0,9 Prozent, während der südkoreanische Kospi um drei Prozent nachgab. Dieses negative Momentum könnte die Unsicherheiten bezüglich steigender Rohstoffpreise verstärken, da der Ölmarkt auf die Schließung der Straße von Hormus reagierte. Der Preis für Brent-Öl stieg um 1,6 Prozent auf 94,60 Dollar je Barrel, während US-Leichtöl der Sorte WTI ein Plus von 1,9 Prozent auf 91,77 Dollar erreichte.

Die Europäische Zentralbank (EZB) steht unter Druck, aufgrund der steigenden Inflation, die größtenteils durch die hohen Energiepreise hervorgerufen wird, den Leitzins anzuheben. Volkswirte erwarten fast einhellig eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte, wodurch der Einlagensatz auf 2,25 Prozent steigen würde. Mehrere EZB-Vertreter haben bereits eine Erhöhung signalisiert, was die Märkte gespannt auf weitere Hinweise zur Geldpolitik blicken lässt.

Die Inflation im Euro-Raum stieg im Mai auf 3,2 Prozent, gegenüber 1,9 Prozent im Februar. Die EZB strebt eine mittelfristige Inflationsrate von zwei Prozent an. Das anhaltend hohe Preisniveau für Energie könnte die wirtschaftliche Erholung gefährden, was in Anbetracht der schwächelnden Wirtschaft in der Eurozone besonders relevant ist.

Einzelne Economisten warnen vor der Erhöhung des Leitzinses, da eine solche Maßnahme in einer Zeit, in der die Wirtschaft im ersten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft ist, kontraproduktiv sein könnte. Die Finanzmärkte erwarten gespannt, wie sich die Situation weiterentwickeln wird, während die Zentralbank in dieser angespannten Lage ihre Entscheidungen treffen muss.

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