Der Autobauer Mercedes-Benz verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen deutlichen Rückgang beim Fahrzeugverkauf. Der Absatz in der Pkw-Sparte sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um nahezu acht Prozent auf 417.765 Fahrzeuge, wie das Unternehmen am Dienstag bekanntgab.
Insbesondere die Verkaufszahlen in China haben die Gesamtbilanz negativ beeinflusst. Dort fiel der Absatz um 30 Prozent, während in Europa ein Anstieg um vier Prozent und in den USA um zehn Prozent verzeichnet wurde. Dies führte zu einem Rückgang des operativen Gewinns in der Autosparte um 26 Prozent im Jahresvergleich.
Die operative Gewinnmarge im Pkw-Geschäft verringerte sich auf 4,0 Prozent, was ein Rückgang von 1,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Positive Entwicklungen im Bereich der Elektrofahrzeuge sind jedoch zu verzeichnen: Mercedes verkaufte 52.852 E-Autos, was einem Anstieg von 51 Prozent entspricht, vor allem getrieben durch ein Plus von 87 Prozent auf dem europäischen Markt.
Der Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern stieg dank erheblicher Gewinne im Finanzbereich auf etwa 1,55 Milliarden Euro, was einem Anstieg von über 20 Prozent entspricht. Unter Berücksichtigung aller Bereiche konnte das Unternehmen einen Anstieg des Konzernergebnisses um 13,5 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro erzielen, trotz eines leichten Umsatzrückgangs um 3,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro.
Mercedes-Chef Ola Källenius äußerte die Zuversicht, dass die zweite Jahreshälfte eine Belebung bringen wird, und plant, neue Modelle verstärkt auf den Markt zu bringen. Allerdings wurde der Umsatzprognose wegen des anhaltenden Wettbewerbsdrucks in China nach unten korrigiert. Zudem nahm der Konzern eine Wertberichtigung auf Gemeinschaftsunternehmen in der Volksrepublik in Höhe von 704 Millionen Euro vor.
Die vergangenen Jahre waren für Mercedes von finanziellen Schwierigkeiten geprägt. Der Gewinn war bereits 2025 um fast die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen, nachdem er 2024 um 28,4 Prozent gesunken war. Um auf die Herausforderungen zu reagieren, setzte das Unternehmen ein umfangreiches Sparprogramm in Gang, das zuletzt verstärkt wurde. Dies führte zu Protesten unter den Beschäftigten, da der Vorstand zudem signalisierte, dass für das gleiche Geld mehr gearbeitet werden solle.