Neues Ausbildungsjahr: Künstliche Intelligenz erhöht Zahl der Azubis im Handwerk

Neues Ausbildungsjahr: Künstliche Intelligenz erhöht Zahl der Azubis im Handwerk

Juli 31, 2026
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Das neue Ausbildungsjahr in Deutschland hat begonnen, und Künstliche Intelligenz (KI) scheint eine disruptive Rolle im Handwerk zu spielen. In Brandenburg steigt die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Handwerk. Laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH wurden in der ersten Jahreshälfte 2026 insgesamt 67.800 neue Ausbildungsverträge registriert, was einem Anstieg von fast fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies stellt den höchsten Wert an Neuverträgen seit fast einem Jahrzehnt dar.

Auszubildende wie der 20-jährige Leon Briegert, der sich für eine Ausbildung im Bereich Elektronik entschieden hat, betonen, dass trotz der fortschreitenden Digitalisierung und Automatisierung im Handwerk nach wie vor handwerkliche Fähigkeiten erforderlich sind. Briegert äußert: „Künstliche Intelligenz kann mir kein Kabel in die Wand zaubern. Es wird immer Menschen brauchen, um die Technik anzubringen.“ Ähnlich sieht es Amin Houri, der nach einem Architekturstudium eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker anstrebt, um sicherzustellen, dass er in einem zukunftssicheren Beruf arbeiten kann.

Die Anwendung von KI im Handwerk wird zunehmend als Unterstützung wahrgenommen. Thomas Haun, Geschäftsführer eines kleinen Heizungs- und Sanitärunternehmens, erklärt, dass KI heute bei der automatisierten Kundenbetreuung und Dokumentation in der Branche eine wichtige Rolle spielt. Die Technologien helfen, komplexe Aufgaben zu bewältigen, wurden jedoch nicht als Ersatz für das handwerkliche Können angesehen. Haun ist optimistisch, dass KI und Automatisierung dazu beitragen können, den Fachkräftemangel abzumildern.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks stellt klar, dass die KI nicht als Bedrohung für Arbeitsplätze im Handwerk zu verstehen ist. Verbandspräsident Jörg Dittrich betont, dass KI Werkzeuge bereitstellt, um die Effizienz zu erhöhen, ohne die menschliche Komponente zu ersetzen. Die Bedürfnisse an Auszubildende haben sich ebenfalls verändert; Firmen suchen hochmotivierte Schulabgänger, die bereits technologische Fähigkeiten besitzen.

Während der Anstieg der Bewerberzahlen im Handwerk erfreulich ist, besteht kein Konsens darüber, ob die Ängste vor der Automatisierung und der KI als Grund für die Entscheidung junger Menschen für handwerkliche Berufe maßgeblich sind. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass viele Jugendliche von der Idee einer grundlegenden Veränderung der Arbeitswelt durch KI überzeugt sind. Verbindliche Aussagen über die langfristigen Auswirkungen von KI auf das Handwerk bleiben abzuwarten.

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