Die Unsicherheiten im Nahen Osten wirken sich negativ auf die Märkte aus. Zum Handelsstart am 12. Mai 2026 gab der Deutsche Aktienindex (DAX) um 1,3 Prozent nach und fiel auf 24.036 Punkte. Dies geschah vor dem Hintergrund einer fragilen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sowie steigender Ölpreise. In den vergangenen Wochen hatte eine vorübergehende Zuversicht in Bezug auf mögliche Einigungen den DAX auf über 25.150 Punkte steigen lassen, das höchste Niveau seit Ausbruch des Konflikts.
Die Situation spitzt sich zu, da der Ölpreis für die Nordseesorte Brent und das US-Leichtöl WTI um mehr als ein Prozent zunimmt. Der Brent-Preis erreicht 105,36 Dollar, während WTI bei 99,52 Dollar je Barrel steht. US-Präsident Trump äußerte, dass die Waffenruhe “am seidenen Faden hängt” und Kairo’s Reaktion auf US-Vorschläge als unbrauchbar abgelehnt wurde. Beobachter warnen, dass ohne baldige Einigung die Ölpreise weiter ansteigen könnten.
Analysten heben hervor, dass die geopolitischen Spannungen und die Energiepreiserhöhungen den DAX unter Druck setzen werden. Thomas Altmann von QC Partners betont, dass Fortschritte in den Verhandlungen mit Iran notwendig sind, um die derzeitige Marktunsicherheit zu mildern. Timo Emden von Emden Research beschreibt den DAX als gefangen zwischen Konjunktursorgen und geopolitischen Risiken, im Gegensatz zu den technologiefokussierten US-Märkten, die weiter wachsen.
Zusätzlich blicken die Märkte auf die US-Inflationsdaten, die ebenfalls am 12. Mai veröffentlicht werden. Anleger erhoffen sich Hinweise auf die Auswirkungen steigender Energiekosten auf den Verbrauch und die Geldpolitik. Der volkswirtschaftlichen Kontext wird von den Experten der Helaba als ein weiterer Aufwärtsdruck für die Inflation gedeutet, die möglicherweise die Marke von vier Prozent überschreiten könnte.
Des Weiteren berichten Unternehmen wie Bayer von überraschend guten Quartalszahlen, während Vodafone mit einem Rückgang der Kundenzahl konfrontiert ist. Siemens Energy plant angesichts guter Geschäfte die Aufstockung von Aktienrückkäufen und zeigt, dass einige Sektoren trotz der allgemeinen Marktunsicherheiten stabil sind.