Der DAX könnte zu Beginn der Handelswoche ein kräftiges Minus verzeichnen. Laut dem Broker IG wird der Index voraussichtlich um 3,4 Prozent auf 22.795 Punkte fallen. Zum Vergleich: Das Rekordhoch von Anfang Januar lag bei über 25.500 Punkten. Am Freitag schloss der deutsche Leitindex mit einem Verlust von 0,9 Prozent bei 23.591 Punkten.
Der aktuelle Rückgang folgt einem scharfen Anstieg der Ölpreise, die über das Wochenende zeitweise die 115-Dollar-Marke überschritten. Diese Preisentwicklung steht in direktem Zusammenhang mit dem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten, der die Märkte erheblich unter Druck setzt und Ängste vor einer globalen Rezession schürt. Der Chefvolkswirt von JPMorgan, Bruce Kasman, prognostiziert einen Anstieg des Ölpreises auf bis zu 120 Dollar je Barrel, was tiefgreifende Auswirkungen auf die globale Wirtschaft haben könnte.
Der Anstieg der Energiepreise sorgt für zunehmende inflationsbedingte Sorgen. Es wird damit gerechnet, dass ein solcher Anstieg die Verbraucherpreise um einen Prozentpunkt erhöhen und das weltweite Wachstum im ersten Halbjahr um 0,6 Prozentpunkte verringern könnte.
In Asien reagieren die Märkte ebenfalls negativ auf den Ölpreisschock. Der Nikkei-Index in Tokio fiel um mehr als sechs Prozent, während der breiter gefasste Topix sich um über fünf Prozent verringerte. Auch die südkoreanische Börse verzeichnete einen Rückgang von 8,1 Prozent, was darauf hindeutet, dass Asien am stärksten unter der Situation leidet.
Die wirtschaftlichen Folgen des aktuellen Ölpreisanstiegs könnten gravierend sein. Volkswirte der Commerzbank warnen, dass die Inflation im Euroraum wieder ansteigen könnte, was das Wirtschaftswachstum bremsen würde. Eine nachhaltige Erhöhung der Ölpreise wird somit als ernstzunehmende Bedrohung für die wirtschaftliche Stabilität betrachtet.