Die Ölpreise sind erneut stark angestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump in einer gestrigen Ansprache an die Nation seine bevorstehenden militärischen Maßnahmen gegen Iran bekannt gab. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete zeitweise 108 US-Dollar und überstieg damit den Preis vom Vortag um zehn Dollar.
Trump kündigte an, dass in den kommenden zwei bis drei Wochen verstärkte Angriffe auf Iran durchgeführt werden sollen. Dies steht im Widerspruch zu den zuletzt geäußerten Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Konflikts. In seiner Rede appellierte er zudem an die internationale Gemeinschaft, amerikanisches Öl zu nutzen und dessen Verfügbarkeit zu betonen. “Wir haben reichlich. Wir haben so viel”, betonte Trump und wies auf die Länder hin, die unter den durch die Straße von Hormus eingeschränkten Öl- und Gastransporten leiden.
Erstmals deutete Trump auch an, dass die USA bereit seien, bei der Sicherung der strategisch wichtigen Meerenge zu helfen, obwohl er weiterhin die Hauptverantwortung den betroffenen Ländern zuschreibt. Fünf Tage zuvor hatte Trump noch geäußert, die USA würden sich nicht in diese Angelegenheiten einmischen.
Der plötzliche Anstieg der Ölpreise hat auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte, die überwiegend mit fallenden Kursen auf die jüngsten Entwicklungen reagierten. Am Mittwoch notierten die Ölpreise noch unter der Marke von 100 US-Dollar, was durch Trumps frühere Aussage, ein baldiges Kriegsende in Aussicht zu stellen, begünstigt wurde. Jetzt, nach den ernsten Drohungen des Präsidenten, zeigen sich Anleger besorgt und reagieren entsprechend.