Im Lufthansa-Konzern kommt es zu einer Eskalation im Tarifkonflikt. Die Pilotinnen und Piloten der Tochtergesellschaft Cityline haben mit 99 Prozent für mögliche Streiks gestimmt. Bei der Urabstimmung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) beteiligten sich 95 Prozent der Mitglieder. Ein konkreter Termin für einen Streik wurde noch nicht festgelegt, da die Tarifverhandlungen Mitte Februar als gescheitert erklärt wurden.
Die VC fordert rückwirkend ab 2024 eine Erhöhung des Lohns um insgesamt 9,9 Prozent in drei jährlichen Schritten. Das zuletzt vorgelegte Arbeitgeberangebot wurde von der Gewerkschaft als unzureichend eingestuft. Zudem sieht der Vorschlag eine Friedenspflicht bis Ende 2027 vor, was die VC-Präsidentin Andreas Pinheiro als faktische Handlungsunfähigkeit der Gewerkschaft bezeichnete.
Der Tarifkonflikt betrifft nicht nur Cityline. Auch bei der Muttergesellschaft Lufthansa bleibt die Situation angespannt, dort waren vor zwei Wochen über 800 Flüge aufgrund eines eintägigen Streiks ausgefallen. Dort stehen vor allem die Betriebsrenten der rund 4.800 Cockpitkräfte im Mittelpunkt der Auseinandersetzung.
Parallel zu den Verhandlungen mit der VC gibt es Gespräche mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo. Diese Verhandlungen sollen am 6. März fortgesetzt werden. Die Lufthansa verfolgt das Ziel, die wirtschaftliche Lage ihrer Kernmarke zu verbessern und versucht derzeit mit mehreren Gewerkschaften über Arbeitsbedingungen und Kosten zu verhandeln.