In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wird ein neues Forschungsprojekt an der Universität Hohenheim zur Erzeugung von Regen in Wüstengebieten gefördert. Die Wissenschaftler unter der Leitung von Meteorologe Oliver Branch planen, große Solarparks sowie künstlich angelegte Dünen und Pflanzen zu nutzen, um das Klima zu beeinflussen und damit die Niederschlagsmenge zu erhöhen.
Die VAE leiden stark unter Wassermangel. Während in Berlin jährlich etwa 600 und in München 1.000 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fallen, so sind es in den VAE nur etwa 100 Liter. Trinkwasser wird vorwiegend in Meerwasserentsalzungsanlagen hergestellt, da süßes Wasser in der Region kaum vorhanden ist. Die Initiative zur Erzeugung von Regen stammt aus einer breit angelegten Forschungsanstrengung, die mit erheblichen Finanzmitteln unterstützt wird.
Das Ziel des Projektes ist es, herauszufinden, ob durch eine Verdopplung der Fläche von Solarparks Regen erzeugt werden kann. Dazu erklärt Branch, dass die Abdunklung der Erdoberfläche eine „Wärmeblase“ erzeugen könnte, die in höhere Atmosphärenschichten aufsteigt, wo die Luft möglicherweise mit Wasserdampf gesättigt ist. Diese Änderungen könnten die Bildung von Wolken und letztlich Niederschlag fördern.
In der Nähe der Küsten soll das Projekt umgesetzt werden, um die feuchte Meeresluft, die für die Wolkenbildung nötig ist, in die Solarparks zu leiten. Branchs Kollege Volker Wulfmeyer, ebenfalls Meteorologe, hat bereits an ähnlichen Konzepten zur Regenproduktion geforscht und hält die neue Idee für vielversprechend.
Zusätzlich zu den Solarparks sind auch Plantagen wie Jojoba-Pflanzen Teil des Projekts, da Pflanzen laut Branch dazu beitragen könnten, die Luft stärker zu erwärmen und somit die Bildung von Niederschlägen zu fördern. Die Forscher planen, die Atmosphäre in der Region zunächst zu untersuchen, bevor sie mit den tatsächlichen Versuchen beginnen. Dazu wird unter anderem ein Lasermessgerät eingesetzt, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit präzise zu erfassen.
Das Team hält es für möglich, dass ihre Methodik auch in anderen trockenen Ländern wie Australien oder Namibia anwendbar sein könnte. Allerdings betont Axel Seifert vom Deutschen Wetterdienst, dass die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Regionen jeweils neu bewertet werden muss. Die Ergebnisse des Projekts sind für die VAE von entscheidender Bedeutung, da die Klimagegebenheiten einen direkten Einfluss auf den Wasserbedarf und die Lebensqualität in der Region haben.