Ein Arbeiter steht auf einer orangefarbenen Hubarbeitsbühne in einer Fabrikhalle neben einer großen Industrieanlage.
Arbeit im Werk von Nordex in Rostock: Die Wirtschaft im Osten ist auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung nicht auf Westniveau. (Quelle: IMAGO)

Studie: Ostdeutschland holt wirtschaftlich kaum noch zum Westen auf

Oktober 3, 2026
1 min. lesezeit

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kommt laut Rheinischer Post zu dem Schluss, dass der wirtschaftliche Angleichungsprozess zwischen Ost- und Westdeutschland weitgehend zum Stillstand gekommen ist. Die fünf ostdeutschen Länder erreichten demnach 2025 knapp 79 Prozent des Westniveaus, nach gut 78 Prozent im Vorjahr.

Der Bericht verweist zugleich auf anhaltende Unterschiede bei mehreren Kennziffern. Die Erwerbsbeteiligung im Osten sank demnach von knapp 89 Prozent des Westniveaus im Jahr 2010 auf gut 85 Prozent im Jahr 2025, gemessen an der Gesamtbevölkerung.

Auch beim Kapitalstock je Einwohner kommt der Osten nur langsam voran. Dort habe sich der Abstand in 15 Jahren kaum verringert: von knapp 77 Prozent des Westniveaus 2010 auf gut 79 Prozent im Jahr 2025.

Besonders groß bleibt der Rückstand bei Forschung und Entwicklung. Bei den Beschäftigten in diesem Bereich erreicht der Osten laut Bericht nur gut 46 Prozent des Westniveaus.

Das IW verweist außerdem auf die ungünstige demografische Struktur im Osten. Nach den im Bericht zitierten Prognosen würde die Bevölkerung dort ohne Zuwanderung bis 2045 um mehr als ein Fünftel sinken; im Westen wäre der Rückgang deutlich schwächer. Die Offenheit für Zuwanderung von Fachkräften werde nach den jüngsten Wahlergebnissen infrage gestellt, heißt es weiter.

Als positives Gegenbeispiel nennt der Bericht einzelne Entwicklungen wie das Tesla-Werk in Grünheide, den Chip-Cluster in Dresden und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Zugleich sei der Osten besonders darauf angewiesen, erfahrene Beschäftigte länger im Job zu halten.

Der IW-Einheitsindex, auf den sich die Auswertung stützt, verfolgt die Angleichung seit 1990. Er berücksichtigt unter anderem das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, die Produktivitätsentwicklung, den Kapitalstock, den Anteil hochqualifizierter Beschäftigter in Forschung und Entwicklung sowie Erwerbsbeteiligung, Arbeitslosigkeit und Selbstständigenquote.

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