Uber plant Übernahme von Delivery Hero im wachsenden Lieferdienstmarkt

Uber plant Übernahme von Delivery Hero im wachsenden Lieferdienstmarkt

Juli 22, 2026
1 min. lesezeit

Uber hat Interesse an der Übernahme des Berliner Essenslieferdienstes Delivery Hero bekundet. Der US-amerikanische Fahrdienstvermittler zielt damit auf einen global schnell wachsenden Markt, der jedoch auch durch geringe Margen und hohe Wettbewerbsintensität geprägt ist. Der Schritt ist Ergebnis umfassender Marktanalysen, die auf die Notwendigkeit von Synergien in der Branche hinweisen.

Der weltweite Markt für Online-Essenslieferungen führte 2025 zu einem Volumen von etwa 257 Milliarden Dollar, welches 2026 auf nahezu 285 Milliarden Dollar ansteigen soll. Schätzungen zufolge könnte der Markt bis 2035 auf fast 695 Milliarden Dollar wachsen, was ein durchschnittliches jährliches Wachstum von über zehn Prozent bedeutet. Dieser Boom wird getrieben durch steigende Smartphone-Nutzung, Urbanisierung und die Zunahme von Einpersonenhaushalten.

Uber Eats und andere Anbieter investieren signifikant in ihre Logistikinfrastrukturen, um die Kundenbasis zu erweitern und Lieferzeiten zu verkürzen. Aktuell liegt die Gewinnmarge bei nur etwa vier Prozent für Uber und rund 1,8 Prozent für Delivery Hero. Da die Logistik die größten Kosten verursacht, sind die Übernahme und die damit verbundenen Synergien für Uber von großem strategischen Interesse.

Zusätzlich könnte der Druck durch Technologiekonzerne wie Amazon in der Branche zunehmen, die ebenfalls in eigene Logistiknetzwerke investieren. Nachdem DoorDash kürzlich den britischen Konkurrenten Deliveroo übernommen hat, erhöht sich der Wettbewerbsdruck weiter. Für Uber könnte eine Consolidation von Delivery Hero und anderen Unternehmen den Weg für ein breiteres Warenangebot in der Lieferung ebnen, nicht mehr beschränkt auf Lebensmittel und Restaurantessen, sondern ausgeweitet auf weitere Konsumgüter.

Für Kunden in Deutschland wird sich zunächst wenig ändern, da Delivery Hero hierzulande nicht mehr im großen Stil tätig ist. Der Markt wird dominiert von Lieferando, Uber Eats und anderen Direktanbietern. Langfristig könnten die Konsolidierungen jedoch den Wettbewerb verringern und zu höheren Preisen oder weniger attraktiven Rabattangeboten führen. Der Fokus der Lieferdienste verschiebt sich zunehmend weg von der pures Essenslieferung hin zu einem umfassenden Alltagsservice, der auch Drogeriewaren und Elektronik umfasst.

Ob es den Anbietern gelingt, ihre teuren Liefernetze effizient auszunutzen, bleibt abzuwarten.

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