Die italienische Bank UniCredit hat die Commerzbank ins Visier genommen und unterbreitet ein Angebot zur Übernahme. Die Aktionäre der UniCredit stimmen heute in einer außerordentlichen Hauptversammlung online über eine geplante Kapitalerhöhung ab, die die Grundlage für ein freiwilliges Übernahmeangebot bilden soll. Für jede Aktie der Commerzbank möchte UniCredit knapp eine halbe Aktie ihrer eigenen Bank bieten.
Um den Deal zu ermöglichen, ist eine Zustimmung von mindestens zwei Dritteln der teilnehmenden UniCredit-Aktionäre erforderlich. Das Übernahmeangebot wird frühestens am Dienstag, den 6. Mai, erwartet, jedoch könnte dieser Betrag möglicherweise erhöht werden, da die Commerzbank mit etwa 40 Milliarden Euro an der Börse bewertet wird.
Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, schätzt, dass die Aktionäre des Frankfurter Instituts dem Angebot zustimmen könnten. Die Anleger haben dann vier Wochen Zeit, um ihre Entscheidung zu treffen. Die Frist könnte theoretisch verlängert werden. Der Druck auf die Commerzbank wächst, da UniCredit bereits knapp 30 Prozent der Anteile hält und eine Mehrheit in der Hauptversammlung benötigt.
Die UniCredit plant zudem, bei einer Übernahme etwa 7.000 Stellen bei der Commerzbank abzubauen, um die Operationskosten zu optimieren. Der UniCredit-Chef Andrea Orcel betont, dass solche Einsparungen ebenso notwendig seien, falls die Commerzbank unabhängig bleibt, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die BaFin hat bereits eingegriffen und die UniCredit aufgefordert, in ihren Werbematerialien, in denen die Commerzbank als „vernachlässigt“ und „unsicher“ bezeichnet wird, vorsichtiger zu sein. Diese Aussagen wurden als reißerisch kritisiert, was einen unüblichen Schritt für die Finanzaufsicht darstellt.
Die Arbeitnehmervertreter der Commerzbank äußern Bedenken hinsichtlich des Übernahmeprozesses. Der stellvertretende Commerzbank-Chef Michael Kotzbauer bezeichnet die Pläne von UniCredit als schädlich und spricht sich gegen ein derart aggressives Vorgehen aus. Der Gesamtbetriebsratschef Sascha Übel hofft auf eine ruhige Überarbeitung der Unternehmensstrategie, um die aktuellen Unsicherheiten zu verringern.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, sowohl für die Commerzbank als auch für die UniCredit, da die Reaktion der Aktionäre auf das Übernahmeangebot von entscheidender Bedeutung sein wird.