Verkauf von Glasfaserverträgen an der Haustür: Verbraucherzentralen warnen vor unseriösen Methoden

Verkauf von Glasfaserverträgen an der Haustür: Verbraucherzentralen warnen vor unseriösen Methoden

Juni 28, 2026
1 min. lesezeit

Einige Verbraucher in Deutschland berichten von aggressiven Verkaufsversuchen im Zusammenhang mit Glasfaserverträgen an der Haustür. Die Verbraucherzentralen warnen vor unseriösen Anbietern, die mit Druck auf schnelle Vertragsabschlüsse abzielen. Diese Praktiken häufen sich, trotz der bisherigen Skepsis vieler Kunden gegenüber den teuren Glasfaseranschlüssen.

Oliver Buttler, Telekommunikationsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, beschreibt, dass es zunehmend Beschwerden über solche Haustürgeschäfte gibt. Verbraucher fühlen sich unter Druck gesetzt, sofort zu entscheiden, ob sie einen Vertrag abschließen wollen. Buttler rät dazu, unseriöse Vertreter direkt abzuwimmeln und stattdessen um Informationsmaterial zu bitten. Seriöse Anbieter würden diese Bitte akzeptieren.

Diese Drückerbanden nutzen gezielt Ängste aus, indem sie argumentieren, dass eine herkömmliche Versorgung über Kupferkabel möglicherweise bald eingestellt werde. Die Kunden sollen glauben, sie hätten nur in diesem Moment die Möglichkeit, sich den Anschluss zu sichern. Solche Einschüchterungen sind laut Buttler häufig und gezielt eingesetzt.

Trotz der hohen Investitionen von Unternehmen in den Glasfaserausbau, die für 2026 auf rund 8,5 Milliarden Euro geschätzt werden, bleibt der tatsächliche Nutzen für viele Verbraucher fraglich. Laut dem Branchenverband VATM hatten Ende 2025 zwar über 26 Millionen Haushalte Zugang zu Glasfaser, doch nur 6,4 Millionen nutzen diesen tatsächlich. Viele Kunden sind mit ihrem bestehenden DSL-Anschluss zufrieden und haben kein Interesse an einem Glasfaservertrag.

Für diejenigen, die sich unter Druck setzen ließen und einen Vertrag abgeschlossen haben, empfiehlt Buttler, ihr Widerrufsrecht zu nutzen. Dieses ist normalerweise auf 14 Tage ausgelegt, kann jedoch in bestimmten Fällen auf bis zu ein Jahr verlängert werden, etwa wenn die Verbraucher nicht korrekt über ihr Recht informiert wurden.

Die bekannten Telekommunikationsunternehmen arbeiten mit Vertriebspartnern zusammen, um Glasfaserverträge zu verkaufen. Anfragen von tagesschau.de zu den Vorwürfen gegen diese Partner blieben unbeantwortet. Vodafone äußerte, dass es großen Wert darauf lege, dass die Handelsvertreter seriös auftreten und nannte intensive Schulungen sowie klare Richtlinien als Teil der Unternehmenspolitik.

Die aggressive Verkaufsstrategie erfolgt vor dem Hintergrund, dass der Markt für Glasfaseranschlüsse in Deutschland noch nicht gesättigt ist und die Anbieter sich bemühen, die Kundschaft zu erreichen. Aus Sicht der Verbraucherzentrale scheinen die Anbieter mögliche negative Rückwirkungen aufgrund unseriös erscheinender Verkaufspraktiken in Kauf zu nehmen, solange die Vertragsabschlüsse erzielt werden.

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