Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat sich angesichts der stark gestiegenen Spritpreise für die Einführung eines Tempolimits im Straßenverkehr ausgesprochen. In einem Interview mit der Rheinischen Post bezeichnete sie ein solches Vorhaben als „kluges Signal“, um die Bevölkerung zum ernsthaften Umgang mit der gegenwärtigen Ölkrise zu bewegen.
Grimm, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, kritisierte die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Preisregulierung. Sie bezeichnete diese als wenig wirksam und plädierte dafür, die Marktpreise wirken zu lassen, um die Nachfrage nach Energie zu reduzieren. Tankrabatte, Preisobergrenzen und Übergewinnsteuern erachtete sie als falsche Ansätze in der aktuellen Situation.
Zusätzlich verwies sie auf Länder im globalen Süden, die bereits drastische Maßnahmen gegen die steigenden Ölpreise durchsetzen. Dies umfasse unter anderem Homeoffice-Pflichten und Einschränkungen der Fahrzeugnutzung. Grimm machte deutlich, dass der übermäßige Verbrauch in industriell entwickelten Ländern nicht nur den eigenen Bürgern schade, sondern auch negative Auswirkungen auf ärmere Staaten habe.
Die Forderung nach einem Tempolimit wird auch von anderen politischen Akteuren, darunter dem Grünen-Chef Felix Banaszak, unterstützt. Dieser sieht in einem befristeten Tempolimit ein Mittel, um sofortigen Spritverbrauch zu reduzieren und damit die Preise zu dämpfen. Die Internationale Energieagentur hat bereits empfohlen, Maßnahmen zur Senkung des Ölverbrauchs wie verstärktes Homeoffice und Präferenzen für öffentliche Verkehrsmittel zu prüfen.