Zahl der neuen dualen Ausbildungsverträge in Deutschland fällt weiter

Zahl der neuen dualen Ausbildungsverträge in Deutschland fällt weiter

April 14, 2026
1 min. lesezeit

Die Zahl der gestarteten dualen Berufsausbildungen in Deutschland ist im Jahr 2025 erneut gesunken. Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der neuen Ausbildungsverträge um 2,8 Prozent auf insgesamt 461.800. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 13.300 Verträgen im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Abwärtstrend setzt sich fort, nachdem in den Jahren 2021 bis 2023 noch leichte Zuwächse verzeichnet wurden.

Experten äußern sich besorgt über diese Entwicklung. Bettina Kohlrausch, Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), bezeichnet den Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge als alarmierend, insbesondere da das duale System jungen Menschen ohne Hochschulreife stabile Berufseinstiege ermögliche. Das System, das Theorie und Praxis vereint, ist in Deutschland einzigartig und wird als besonders erfolgreich bewertet.

Entgegen der negativen Entwicklung werden jedoch keine fehlenden Ausbildungsplätze genannt. Nico Schönfeldt von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) berichtet, dass mehr Ausbildungsplätze als unbesetzte Bewerber vorhanden sind. Die Bundesagentur für Arbeit dokumentiert ein Überangebot an freien Ausbildungsplätzen.

Um die Attraktivität der dualen Ausbildung zu erhöhen, fordern Fachleute Maßnahmen wie eine systematische Berufsorientierung und frühzeitige Praktika. Zudem wird eine Weiterentwicklung des Ausbildungssystems angeregt, die einen individuellen Rechtsanspruch auf eine Ausbildung garantieren könnte. Solche Schritte könnten dazu beitragen, mehr junge Menschen für das duale Ausbildungssystem zu interessieren.

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