Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat nach einem Besuch in Kiew erklärt, sie halte russische Drohnenangriffe für einen Versuch, die Bundesregierung einzuschüchtern. Zugleich berichtete sie von schnelleren Drohnen und einer schwierigeren Abwehr kritischer Infrastruktur.
Reiche war am Wochenende gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz in die ukrainische Hauptstadt gereist. Während des Aufenthalts gab es dort mehrfach Drohnenalarm, eine Brücke in Kiew wurde von russischen Drohnen getroffen.
Im „Ronzheimer“-Podcast sagte Reiche, sie habe am Sonntag Angriffe in „großer Regelmäßigkeit“ erlebt. Dabei seien auch Ziele „sehr, sehr nah am Stadtzentrum“ getroffen worden.
„Ich rechne fest damit, dass die russische Führung genau wusste, wo sie treffen muss, um deutliche Zeichen zu setzen“, sagte Reiche. Als mögliche Absicht nannte sie, die Bundesregierung zu erschrecken und abzuschrecken, Unsicherheit auszulösen oder den Abschluss von Abkommen und die internationale Solidarität mit der Ukraine zu verhindern.
Reiche sagte außerdem, Russland habe seine Drohnentechnik weiterentwickelt. Drohnen, die bereits mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen seien, würden nun durch individuelle Düsenantriebe zusätzlich beschleunigt.
Nach ihrer Einschätzung erschwert das die Abwehr und erhöht die Verwundbarkeit wichtiger Infrastruktur. Sie nannte Strom- und Gasnetze, Wasserversorgungsanlagen sowie Bahnstationen als besonders gefährdet.
