Der neue Landtag von Sachsen-Anhalt ist in Magdeburg zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Im Mittelpunkt steht die Wahl des Landtagspräsidenten, für die die AfD ihren Abgeordneten Tobias Rausch vorgeschlagen hat.
Die Partei war bei der Landtagswahl auf fast 44 Prozent gekommen. Rausch ist 35 Jahre alt, gelernter Immobilienkaufmann und seit 2016 Mitglied der AfD-Fraktion; dort arbeitet er als parlamentarischer Geschäftsführer.
Sollte er gewählt werden, wäre er der erste AfD-Politiker an der Spitze eines deutschen Landtags. Die Wahl erfolgt geheim.
Die AfD stellt im neuen Landtag 39 der 83 Sitze. CDU, SPD, Grüne und Linke kommen zusammen ebenfalls auf 39 Mandate. Das BSW verfügt über fünf Abgeordnete und hat angekündigt, für Rausch zu stimmen.
Der Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt stuft die AfD als gesichert rechtsextrem ein.
Vor Beginn der Sitzung demonstrierten auf dem Domplatz vor dem Parlament Hunderte Menschen. Nach Angaben von dpa-Reportern lasen Demonstrierende dabei unter anderem laut aus dem Grundgesetz vor.
Die erste Sitzung markiert den formalen Beginn der neuen Legislaturperiode. Die Wahl des Ministerpräsidenten ist erst für Dezember vorgesehen.
Der AfD-Fraktionschef Ulrich Siegmund braucht für diese Abstimmung Stimmen außerhalb der eigenen Fraktion; das BSW hat angekündigt, sich enthalten zu wollen.
