Das Verkehrsministerium will am Dienstag den neuen Infraplan für die Deutsche Bahn vorstellen. Der Plan soll die Infrastruktur der Bahn über fünf Jahre klarer steuern und transparenter machen.
Nach Angaben aus einem 160-seitigen Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, soll der erste Plan die Jahre 2026 bis 2030 abdecken. Er soll sichtbar machen, welche Maßnahmen die Infrastrukturgesellschaft InfraGO in diesem Zeitraum umsetzt, was vorbereitet wird und was später folgen kann.
Erfasst sind demnach Renovierungen, Digitalisierung und Elektrifizierung von Strecken, der Umbau von Bahnhöfen, Lärmschutz sowie Ausbau und Neubau von Schienenwegen. Die Vorhaben sollen auf Karten dargestellt werden. Werden Ziele verfehlt, ist eine nachträgliche Anpassung vorgesehen.
Der Plan soll nach dem Papier „Transparenz, Vertrauen und Verlässlichkeit in das System Schiene zurückbringen“. Zur Bewertung der Entwicklung sind acht bundesweite Steuerungsindikatoren mit verbindlichen Zielwerten vorgesehen.
Bei einem weiteren Indikator mit der Bezeichnung „Streckenkilometer Korridorsanierungen“ fehlen für die Jahre 2027 bis 2030 bislang Zielwerte. Auch das Konzept der Korridorsanierung wird derzeit überprüft. Nach Darstellung des Artikels deutet sich zudem an, dass pro Jahr weniger Strecken saniert werden könnten als bislang geplant.
Weitere zentrale Instrumente fehlen noch, darunter ein „Zielnetz 2035“ und eine neue Leistungsvereinbarung für InfraGO, die spätestens zum 1. Januar 2027 in Kraft treten soll. Perspektivisch ist zudem ein Bahninfrastruktur-Fonds vorgesehen, der priorisierte Vorhaben über mehrere Jahre absichern soll.
Der Infraplan knüpft an einen Ansatz aus der Amtszeit des früheren Verkehrsministers Volker Wissing an. Die Bahn steht weiter unter Druck, weil viele Züge verspätet sind und die Infrastruktur als überaltert gilt. Im September war nach Angaben des Artikels nahezu jeder zweite Fernzug der Deutschen Bahn verspätet.
Die Arbeiten an der Strecke Berlin-Hannover verlängern die Reisezeit den Angaben zufolge bis zum Ende des kommenden Jahres um mindestens 80 Minuten. Der Artikel verweist zudem auf Stimmen aus Verbänden und der Verkehrspolitik, die den Infraplan als wichtigen Schritt werten, zugleich aber mehr Verbindlichkeit und eine belastbare Grundlage für die weitere Planung verlangen.
Zuletzt hatte Bahnchefin Evelyn Palla neue Ideen angekündigt. Sie ist seit einem Jahr im Amt und will ab 1. November auch ein Familienticket mit Rabatt einführen.
