Der Bundestag steht kurz vor einer Entscheidung über die geplante neue Bahnstrecke zwischen Hannover und Hamburg. Zugleich hat sich die schwarz-rote Koalition am Abend nach Angaben aus Koalitionskreisen und der Deutschen Presse-Agentur auf einen Antrag geeinigt, der auch Verbesserungen für die stark belastete Bestandsstrecke vorsieht.
Der Verkehrsausschuss soll sich am Mittwoch mit dem Projekt befassen, das Plenum des Bundestags dann am späten Donnerstagabend. Damit rückt ein lang umstrittener Abschnitt der deutschen Bahnplanung erneut in den Mittelpunkt.
In dem Antrag heißt es, mit einer Neubaustrecke sollten Ziele wie zusätzliche Kapazitäten und kürzere Fahrzeiten im Fern- und Nahverkehr erreicht werden. Zugleich sind nach dem Papier deutliche Verbesserungen an der stark ausgelasteten bestehenden Strecke vorgesehen.
Aus Koalitionskreisen hieß es, es gebe nun Verbindlichkeit für den dringend benötigten Ausbau im Bestand. Der Antrag greift zudem Forderungen wie mehr Lärmschutz für eine Neubaustrecke auf und sieht auch Verbesserungen für den Landkreis Harburg vor.
Das Bundesverkehrsministerium empfiehlt dem Ausschuss nach einer Unterrichtung, die sogenannte Vorzugsvariante der DB-InfraGO-Sparte als Grundlage für die weiteren Planungen zu bestätigen. Der Bericht zur Vorplanung beschreibt sie als zweigleisigen Neubau zwischen Hannover-Vinnhorst und Hamburg-Meckelfeld mit einer Länge von 109 Kilometern.
Die Bundesregierung hatte eine Entscheidung über die neue Strecke bereits vor zwei Wochen verschoben. Isabel Cademartori, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, sagte damals, Abgeordnete sähen weiter Änderungsbedarf.
Nach der Vorlage könnte die Deutsche Bahn ihre Planungen für die neue Trasse fortsetzen, falls der Bundestag den Weg dafür frei macht. Bis die ersten Züge auf einer neuen Strecke fahren, kann es nach dem bisherigen Stand noch Jahrzehnte dauern.
Die Verbindung zwischen Hannover und der Hafenstadt gilt seit Jahren als überlastet und bleibt in Niedersachsen umstritten.
