Die deutsche Wirtschaft wächst wieder. Für dieses Jahr erwarten Ökonomen ein Plus von etwas mehr als einem Prozent, die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gehen in ihrer Herbstdiagnose von 1,3 Prozent aus.
„Wir sollten in diesem Jahr das stärkste Wirtschaftswachstum seit 2022 bekommen“, sagte Carsten Brzeski, Chefökonom bei ING, zu ZDFheute.
Zu dem Aufschwung tragen nach Angaben des Artikels auch Sonderfaktoren bei. Dazu zählt eine stärkere Nachfrage aus Asien nach Produkten von Chemieunternehmen. Genannt wird außerdem, dass blockierte wichtige Seewege nach dem Angriff der USA und Israels auf Iran den Handel belastet und zugleich bestimmte Nachfragebewegungen verstärkt habe.
Auch der Boom bei Künstlicher Intelligenz wirkt sich demnach auf deutsche Exporte aus. Besonders gefragt seien Waren für den Bau von Rechenzentren und Serverfarmen, außerdem Maschinen und Komponenten für die Chipproduktion.
Hinzu kommen laut Bericht Mittel aus Sondervermögen für Infrastruktur und militärische Aufrüstung, die nun in die Wirtschaft fließen.
Gleichzeitig bleiben Bremsfaktoren bestehen. Hohe Energiepreise belasten vor allem energieintensive Branchen, die Inflation lag nach der ersten Schätzung im September bei 3,3 Prozent. Der Konsum der privaten Haushalte entwickle sich schwächer, heißt es unter Verweis auf das Bundeswirtschaftsministerium.
Dort heißt es im Monatsbericht September: „Die Sonderkonjunktur bei den energieintensiven Industrien, die im Zuge des Konflikts im Nahen Osten von der gestiegenen Auslandsnachfrage getragen wurde, scheint sich zur Jahresmitte abzuschwächen.“ Auch in der Binnenwirtschaft deute vieles auf nachlassende Dynamik hin.
Die Frühindikatoren hatten sich zuletzt verbessert. Der ifo-Index stieg fünf Mal in Folge. Für 2027 und 2028 rechnen die Institute allerdings nur noch mit Wachstum von 1,1 Prozent und 0,4 Prozent.
