Die Alternative für Deutschland (AfD) plant aktiv, Personal für eine mögliche Alleinregierung in Sachsen-Anhalt zu rekrutieren. Nach Berichten der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ haben Politiker aus fünf Landesverbänden bestätigt, dass die Partei bundesweit nach geeigneten Mitarbeitern und Ministern sucht.
Diese Gespräche finden am Rande von Bundesvorstandssitzungen sowie innerhalb der AfD-Bundestagsfraktion statt und konzentrieren sich konkret darauf, welche Personen in welche Positionen berufen werden könnten. Der AfD-Bundesvorstandsmitglied Hannes Gnauck hat ein Namensregister mit qualifizierten AfD-Mitarbeitern erstellt, die aus speziellen Schulungen stammen. „Wenn Herr Siegmund geeignetes Verwaltungspersonal für die Ministerien braucht, dann ist der Bundesverband auf dieses Szenario vorbereitet“, so Gnauck.
In der Bundesgeschäftsstelle wurde eine „Arbeitsgruppe Regierungsbeteiligung“ eingerichtet, die sich mit den rechtlichen und politischen Herausforderungen einer möglichen Regierungsübernahme befasst. Ziel ist es, etwa 150 bis 200 Schlüsselpositionen in Ministerien und Behörden zu besetzen. Der Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat Beamten, die sich gegen eine AfD-Regierung stellen möchten, rechtliche Konsequenzen angedroht. „Wir reichen jedem die Hand, egal welcher politischen Couleur“, sagte Siegmund, fügte jedoch hinzu: „Außer wenn versucht wird, unsere Arbeit aktiv zu blockieren.“
Ebenfalls wurde bekannt, dass bereits Anfragen von Beamten eingegangen sind, die sich nach einem möglichen Machtwechsel über ihre berufliche Zukunft erkundigen. Ein hoher AfD-Funktionär bestätigte, dass in rechten Burschenschaften gezielt nach Juristen gesucht werde. Andreas Lichert, der Vorsitzende der AfD in Hessen, äußerte die Erwartung, dass auch Aktivisten aus Schnellroda Teil des neuen Personals sein werden, und betonte deren Eignung für die angestrebten Positionen.
Die Personalfrage wurde zudem auf einem Treffen im November 2023 erörtert, das als „Remigrationskonferenz“ bekannt wurde. Teilnehmer waren unter anderem Siegmund und sein Fraktionsgeschäftsführer. In diesem Zusammenhang wurde die Besetzung von Positionen in einer möglichen Regierung diskutiert.