Amthor lehnt Zusammenarbeit mit der AfD ab und sieht keine Stigmatisierung

Amthor lehnt Zusammenarbeit mit der AfD ab und sieht keine Stigmatisierung

Juni 17, 2026
1 min. lesezeit

Der CDU-Politiker Philipp Amthor hat sich in einem Streitgespräch mit dem Politikwissenschaftler Christian Stecker gegen eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der AfD ausgesprochen. In der Diskussion, die in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlicht wurde, erklärte Amthor, dass eine ausreichende Abgrenzung vom Rechtsextremismus Voraussetzung für eine politische Akzeptanz sein müsse. „Wer sich nicht hinreichend vom Rechtsextremismus abgrenzt, kann auch nicht besser behandelt werden als die Rechtsextremisten selbst“, so Amthor.

Amthor betonte, dass es sich hierbei nicht um eine Stigmatisierung handle, sondern um eine realistische Einschätzung der politischen Lage. Der Bundestagsabgeordnete aus Mecklenburg-Vorpommern kritisierte die Vorschläge von Stecker, der für eine Minderheitsregierung unter Einbeziehung der AfD plädierte. Er wies darauf hin, dass politische Gemeinsamkeiten zwischen der Union und der AfD nicht automatisch zu praktischen politischen Lösungen führten.

Besonders hervorhob Amthor die unterschiedlichen gesellschaftlichen Visionen der beiden Parteien. Dies zeige sich nicht zuletzt in den Äußerungen von AfD-Politikern wie Björn Höcke zur Menschenwürde. Stecker warnte, dass die AfD ohne eine klare Abgrenzung von der Union weiterhin als konstruktive politische Kraft wahrgenommen werden könnte, was Amthor als irreführend bezeichnete. Er erklärte: „Das Märchen, sie sei eine konstruktive politische Kraft, ist eine falsche Selbsterzählung der AfD.“

In der Diskussion äußerte Amthor zudem Bedenken hinsichtlich der Verwendung des Begriffs „Brandmauer“, der eine Mauer um die AfD suggeriere. Er plädierte stattdessen dafür, die gesellschaftlichen Probleme und Ansprüche an der Basis zu klären. Eine differenzierte Betrachtung sei insbesondere in der Kommunalpolitik notwendig, da nicht jede Entscheidung überpolitisiert werden sollte.

Amthor wies auf die gegenwärtige politische Erwartung hin, dass sich die politische Landschaft nach rechts verschieben könnte. Dabei verwies er auf Beispiele wie Ungarn, wo eine christdemokratische Partei große Erfolge feiert. Er riet zur Besonnenheit im politischen Handeln: „Wir sollten nicht auf die AfD starren wie das Kaninchen auf die Schlange.“

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