Die Zahl der Angriffe auf Parteivertreter ist im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent gestiegen. Dies zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion. Demnach registrierte die Polizei bundesweit 5.140 Straftaten gegen Mitglieder von politischen Parteien. Im Jahr 2024 lagen die Zahlen noch bei 3.690, während 2023 auch bereits 2.790 Angriffe verzeichnet wurden.
Die AfD war 2025 mit 1.852 Angriffen besonders betroffen. Laut Polizei wurden die meisten dieser Taten dem linken Spektrum zugeordnet. Besonders auffällig war auch ein Anstieg der Angriffe auf die CDU, die von 420 im Jahr 2024 auf 1.171 Straftaten im Jahr 2025 kletterten. Zudem gab es 168 angezeigte Delikte gegen die CSU. Vertreter der Grünen wurden im vergangenen Jahr in 1.005 Fällen attackiert, was ein leichter Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren darstellt.
Die Ermittlungen der Polizei zeigen, dass häufig nicht gewalttätige Straftaten wie Verleumdung und Beleidigung im Vordergrund stehen. 2025 waren 1.289 solche Äußerungsdelikte registriert, während es zu 193 Gewaltdelikten kam. Die Mehrheit der Gewalttaten, insgesamt 121, betraf AfD-Mitglieder, wobei mutmaßliche Täter häufig einer politisch linken Gesinnung zugeordnet werden konnten.
Besonders Rücksichtslosigkeit gegenüber Politikern wurde während der letzten Wahlkämpfe beobachtet. Fälle von ungehobelten Beleidigungen und Körperverletzungen scheinen in diesem Kontext an der Tagesordnung gewesen zu sein. Nach Aussage von AfD-Politiker Martin Hess leiten die ständige Diffamierung und Delegitimierung durch andere Parteien in der Gesellschaft eine gefährliche Entwicklung ein.
Im Rahmen der Arbeit des Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrums wurden 2025 insgesamt elf relevante Vorfälle besprochen, bei denen es um Angriffe auf Parteirepräsentanten ging, davon sieben gegen die AfD. Die Situation wird als besorgniserregend eingestuft, da diese Vorfälle ein deutliches Zeichen für die zunehmende Gewaltbereitschaft im politischen Diskurs darstellen.
Die Statistiken beinhalten auch Straftaten gegen Vertreter kleinerer Parteien wie die FDP und das BSW, wobei in den vergangenen Jahren bereits ähnliche Trends erkennbar waren. Die Bundesregierung kündigte an, die Entwicklung weiterhin zu beobachten und gegen politisch motivierte Gewalt vorzugehen.