Die Deutsche Bahn plant, ihre Fahrgastinformationen zu verbessern, um den häufigen Unannehmlichkeiten durch kurzfristige Gleiswechsel und Verspätungen entgegenzuwirken. Konzernchefin Evelyn Palla kündigte an, dass Fahrgäste noch in diesem Jahr von verlässlicheren und aktuelleren Informationen profitieren sollen. In der Vergangenheit sei dies nicht ausreichend berücksichtigt worden, räumte sie ein.
Um die Informationslage zu verbessern, sollen Datenquellen optimiert werden. Bei über 20.000 täglichen Fern- und Regionalzügen ist eine präzise Kommunikation von Abweichungen komplex. Informationen zu Zugpositionen und Gleiswechseln stammen von der DB InfraGo, einer Tochtergesellschaft, die mit Schienennetzbetreibern in Verbindung steht. Palla erklärte, dass diese Daten so früh wie möglich in die Informationssysteme eingespeist werden sollen.
Pallas Ansatz erfordert auch die Mithilfe von Wettbewerbern im Regionalverkehr. Die Bahnchefin betonte, dass eine umfassende Verbesserung der Kundeninformation eine gemeinsame Anstrengung der gesamten Branche darstelle. Die Integration von Künstlicher Intelligenz soll helfen, genauere Verspätungsprognosen zu generieren, da derzeit Fahrgäste oft unsicher sind, wann ihre Züge ankommen.
Zusätzlich werden drei Sofortprogramme umgesetzt, die unter anderem für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen sowie verbesserte Dienstleistungen in Fernzügen sorgen sollen. Geplant ist eine jährliche Investition von rund 20 Millionen Euro, um die Verfügbarkeit von Toiletten und die Bordgastronomie zu verbessern. Die konkreten Zeitpläne für die neuen Informationssysteme sind noch nicht bekannt.
Palla äußerte sich auch zu den finanziellen Herausforderungen des Unternehmens. Die DB müsse eine wirtschaftliche Stabilisierung anstreben und plane, die Auslastung der Züge zu erhöhen. Trotz der gegenwärtigen Rost- und Sanierungsproblematik auf den Gleisen warb sie um Geduld.