Mehr als zehn Monate war die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg wegen umfassender Sanierungsarbeiten gesperrt. Am 14. Juni 2026 wurde die Strecke nach umfangreichen Reparaturen offiziell wieder für den Verkehr freigegeben. Neben den Gleisen wurden auch Bahnhöfe und technische Anlagen erneuert. Obwohl der Betrieb nun wieder aufgenommen wurde, sind die ersten Tage von Schwierigkeiten geprägt.
Im Regionalverkehr stabilisieren sich die Abläufe, während die Auswirkungen der Bauarbeiten im Fernverkehr deutlich spürbar sind. Die Deutsche Bahn (DB) meldet, dass fast alle Intercity-Express (ICE) Züge zwischen Berlin und Hamburg in den ersten Tagen nach der Wiederinbetriebnahme Verspätungen von zehn bis fünfzehn Minuten hatten. Für alle Fernzüge wurde im Fahrplan eine zusätzliche Verspätung von fünfzehn Minuten bis Ende Juni vermerkt. Die gesamte Reisezeit verlängert sich damit vorübergehend um etwa eine halbe Stunde.
Ein Hauptgrund für die anfänglichen Probleme sind noch erforderliche Belastungsfahrten, um die Schottersteine im Gleisbett zu verdichten. Diese Fahrten wurden am Montagmorgen, dem 13. Juni 2026, abgeschlossen. Zudem ist das neue Zugsicherungssystem noch nicht vollständig betriebsbereit. Die finale Abnahme der neuen Signal- und Stellwerkstechnik steht noch aus, was ebenfalls zu einer Geschwindigkeitsbeschränkung für den Fernverkehr auf einem Teil der Strecke führt. Die DB plant, die Prüfungen bis Ende Juni abzuschließen.
Die Sanierung gilt als das größte Bauprojekt des Unternehmens im Rahmen der Generalsanierung wichtiger Bahnstrecken bis 2036. Dabei wurden insgesamt 165 Kilometer neue Gleise verlegt, 249 Weichen installiert und 28 Bahnhöfe saniert. Dennoch bestehen vorerst Einschränkungen, insbesondere an den Bahnhöfen, wo Restarbeiten wie die Herstellung von barrierefreien Zugängen noch ausstehen.
Die Verzögerungen bei den Bauarbeiten wurden teilweise durch einen harten Winter und die damit verbundenen frostbedingten Bodenschäden verursacht, was die Ursprungsfristen für die Arbeiten erheblich verlängerte. Zudem hatte die DB bereits vor der Wiedereröffnung um Verständnis für die verbleibenden Restarbeiten gebeten.
Geplant ist, dass die Strecke und die damit verbundenen Strukturen in den kommenden Wochen in vollem Umfang funktionsfähig sein werden. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie sich die Situation im Fernverkehr weiter entwickeln wird.