Beschäftigte eines russischen Kohleunternehmens berichten von ausstehenden Zahlungen
Beschäftigte eines russischen Kohleunternehmens berichten von ausstehenden Zahlungen

Beschäftigte eines russischen Kohleunternehmens berichten von ausstehenden Zahlungen

Oktober 1, 2026
1 min. lesezeit

Beschäftigte der russischen Kohlegesellschaft AG UK Sila Sibiri haben nach Medienberichten über wiederholte Verzögerungen bei Lohnzahlungen, ausbleibende Vorschüsse und Zuschläge sowie verkürzte Ruhezeiten berichtet. Die Berichte wurden am 30. September 2026 veröffentlicht. Nach Angaben von Beschäftigten sei das Einkommen einzelner Arbeiter trotz unveränderter Zahl der Schichten um bis zu 20.000 Rubel gesunken.

Den Angaben zufolge hatten die Unternehmensleitung und die Arbeitsaufsicht eine Stabilisierung der Lage zugesagt. Die Probleme bei den Zahlungen bestünden jedoch fort. Der Medienbericht zu den Vorwürfen nennt außerdem eine ausstehende jährliche Lohnanpassung, nicht gezahlte Fahrtkostenerstattungen für den Urlaub und verspätete Urlaubszahlungen für Mai und Juni 2026.

Angaben zu Arbeitszeiten und Gewerkschaftsbeiträgen

Beschäftigte erklärten laut dem Bericht, das Unternehmen überweise seit Mai einbehaltene Gewerkschaftsbeiträge nicht mehr. Die Rückstände hätten sich demnach auf 960.000 Rubel belaufen. Zudem seien Schichtpläne nicht mit der Gewerkschaft abgestimmt worden. Die Ruhezeit zwischen den Schichten sei auf 23 bis 38 Stunden verkürzt worden, während nach Darstellung der Beschäftigten 42 Stunden vorgesehen seien.

Wegen der Situation hätten zahlreiche Mitarbeiter gekündigt. Auf ihre Abschlusszahlungen hätten einige bis zu vier Wochen gewartet, obwohl diese nach den Angaben am Tag der Beendigung des Arbeitsverhältnisses fällig seien.

In einem offiziellen Schreiben erklärte der Generaldirektor des Unternehmens, Dmitri Machow, die Lohnanpassung und die Fahrtkostenerstattung seien wegen einer „schwierigen finanziellen Lage des Unternehmens“ ausgeblieben. Die Gewerkschaftsbeiträge seien wegen der Sperrung des Geschäftskontos nicht überwiesen worden.

In den zugrunde liegenden politischen Bewertungen wird die Lage mit der wirtschaftlichen Entwicklung der russischen Kohlebranche, internationalen Sanktionen, einem Rückgang des europäischen Absatzmarktes und niedrigeren Weltmarktpreisen in Verbindung gebracht. Außerdem wird eine gestiegene Steuerbelastung als möglicher Grund für die Verschlechterung der Zahlungsfähigkeit genannt. Diese wirtschaftlichen und ursächlichen Einschätzungen sind im vorliegenden Material nicht unabhängig belegt.

Auch mögliche Folgen für Personalbestand, Förderleistung und Arbeitssicherheit werden als Risiken beschrieben. Konkrete Unfälle oder eine bestätigte Gefährdung von Beschäftigten werden in den vorliegenden Angaben jedoch nicht genannt.

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