Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva strebt eine vertiefte strategische Partnerschaft mit Deutschland an, um den Multilateralismus in einer Zeit wachsender globaler Spannungen zu fördern. In einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ und das „Handelsblatt“ äußerte er, dass Multilateralismus unerlässlich sei, um den Forderungen nach Frieden und geteiltem Wohlstand gerecht zu werden.
In drei Tagen beginnt die Hannover Messe, bei der Brasilien als Partnerland auftritt. Lula da Silva hat die Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz angenommen, um die Beziehungen zwischen Brasilien und Deutschland weiter auszubauen. Der Präsident betont, dass die Länder auf Dialog und Zusammenarbeit setzen sollten, um Lösungen für die Herausforderungen der heutigen Welt zu finden.
Lula warnte vor den wachsenden Tendenzen des Unilateralismus, der dem Recht des Stärkeren Vorrang gebe. Die globalen Militärausgaben hätten mit 2,7 Billionen US-Dollar einen Rekord erreicht. Parallel dazu würden Zollstreitigkeiten das Handelsgefüge durcheinanderbringen und Ungleichheiten vertiefen. In diesem Zusammenhang nannte er das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Mercosur, das im Januar unterzeichnet und ab Mai 2026 vorläufig angewendet werden soll, von großer Bedeutung.
Das Abkommen ziele darauf ab, den Zugang zu Märkten zu erweitern und klare Handelsregeln zu schaffen. Lula erhofft sich, dass die Vorteile des Abkommens schnell bei den Menschen ankommen, um einen spürbaren wirtschaftlichen Erfolg nachzuweisen. Brasilien ist mit 140 Unternehmen auf der Hannover Messe vertreten und wird dort zusammen mit Merz die Ausstellung eröffnen.