Bundesregierung sichert jährliche Inflationsanpassung des Pflegegeldes für 2027 zu

Bundesregierung sichert jährliche Inflationsanpassung des Pflegegeldes für 2027 zu

Mai 13, 2026
1 min. lesezeit

Die Bundesregierung hat die jährliche Anpassung des Pflegegeldes für das Jahr 2027 zugesichert. Im Rahmen des Doppelbudgets sind dafür rund 120 Millionen Euro eingeplant. Die Bekanntgabe erfolgte am internationalen Tag der Pflege, an dem Sozialministerin Korinna Schumann betonte, dass die finanzielle Unterstützung für Pflegebedürftige eine wesentliche Säule des Sozialstaates darstellt. Mit der vollständigen Inflationsanpassung soll die Kaufkraft der Bezieher gesichert werden, was in Anbetracht der steigenden Lebenshaltungskosten als wichtig erachtet wird.

Die Zahl der Personen, die Pflegegeld beziehen, steigt kontinuierlich. Ende März waren es rund 506.000. Dies stellt einen Anstieg von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar, wobei bereits im Frühjahr 2025 die Marke von einer halben Million überschritten wurde. Diese Entwicklung ist eng mit der alternden Bevölkerung verknüpft und erfordert entsprechende politische Maßnahmen.

Die Einplanung der Mittel im Doppelbudget wird als politischer Erfolg des Sozialministeriums angesehen. Der Fiskalrat hatte zuvor über mögliche Kürzungen in der Indexierung von Sozialleistungen beraten. Die Entscheidung, die jährliche Anpassung beizubehalten, ist gesetzlich seit 2020 verankert. Schumann erwähnte bei einem Treffen mit Pflegekräften, dass die Valorisierung nicht als Bonus, sondern als notwendige Anpassung an die wirtschaftliche Realität zu verstehen sei.

Verbände wie der Österreichische Behindertenrat haben die Entscheidung als starkes Signal der Sozialpolitik gewertet, betonten jedoch, dass eine Aussetzung der Erhöhung für die Betroffenen unhaltbar gewesen wäre. Kritik kam vom Behindertenverband KOBV, der auf die jahrelange Nicht-Valorisierung vor 2020 hinwies, durch die die Pflegegeldbeträge real um etwa 40 Prozent an Wert verloren.

Die aktuellen monatlichen Beträge variieren je nach Pflegegrad; diese reichen von 206,20 Euro (Pflegegrad 1) bis zu 2.214,80 Euro (Pflegegrad 7). Besonders betroffen sind die Bezieher der niedrigsten Stufen, mit über 148.000 in Stufe 1, während in Stufe 7 nur rund 8.300 Personen Unterstützung erhalten. Darüber hinaus erhalten Personen, die Angehörige ab Pflegegrad 4 betreuen, einen Angehörigen-Bonus von monatlich 134,30 Euro, sofern ihr Einkommen unter einem bestimmten Schwellenwert liegt.

Trotz der positiven Entwicklungen bleibt der Pflegebereich mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Die Einführung der Teilpension Anfang 2026 soll den Übergang in den Ruhestand flexibler gestalten, jedoch bleibt der Fachkräftemangel ein zentrales Problem. Die Debatte um das Pflegegeld findet vor dem Hintergrund eines umfassenden Reformbedarfs statt. Experten weisen darauf hin, dass finanzielle Absicherung allein nicht ausreiche und die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte sowie die Unterstützung informeller Pflege durch Angehörige ebenfalls verbessert werden müssen.

Die genaue Höhe der Pflegegelderhöhung für 2027 wird im Herbst 2026 basierend auf den Inflationsdaten der Statistik Austria bekannt gegeben. Gespräche über Reformen bei der Begutachtungspraxis durch die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) sind im Gange, um eine gerechtere Vergabe von Leistungen zu garantieren. Vor dem Hintergrund demografischer Prognosen wird trotz dieser Anpassungen die langfristige Finanzierung des Pflegebereichs eine zentrale Herausforderung in den kommenden Budgetverhandlungen darstellen.

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