Der Bundestag hat am 17. Mai 2026 anlässlich des Internationalen Tags gegen Homophobie die Regenbogenflagge über dem Reichstagsgebäude in Berlin gehisst. Der Tag erinnert auch an die Rehabilitierung homosexueller Opfer der NS-Justiz, die im Jahr 2002 beschlossen wurde.
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hatte in der Vergangenheit entschieden, die Flagge ausschließlich an diesem Gedenktag zu hissen und nicht, wie ihre Vorgängerin Bärbel Bas (SPD), während des Berliner Christopher Street Day (CSD). Diese Entscheidung hatte im letzten Jahr zu erheblichem Streit geführt. Klöckner begründete ihren Schritt mit der Neutralitätspflicht der Bundestagsverwaltung. Sie betonte, dass die Bundesflagge in Schwarz-Rot-Gold für Freiheit, Menschenwürde und Gleichheit vor dem Gesetz stehe, wozu auch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung zähle.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellte sich hinter diese Entscheidung und wies darauf hin, dass der Bundestag nicht wie ein Zirkuszelt sei, auf dem beliebig Fahnen gehisst würden. Diese Äußerung führte ebenfalls zu kritischen Stimmen.