Am Sonntag, dem 17. Mai 2026, ließ Bundestagspräsidentin Julia Klöckner die Regenbogenflagge am Reichstag hissen. Der Anlass ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit sowie der 24. Jahrestag der Entscheidung des Bundestages zur Rehabilitierung homosexueller NS-Opfer. Klöckner wies darauf hin, dass die Beflaggung im Rahmen des geltenden Flaggenerlasses der Bundesregierung erfolgt, der das Hissen der Regenbogenflagge an Bundesgebäuden auf einen Tag im Jahr beschränkt.
Die Entscheidung, die Flagge nicht anlässlich des Berliner Christopher Street Days (CSD) zu hissen, hatte im Vorjahr zu scharfer Kritik geführt. Unter Klöckners Vorgängerin Bärbel Bas (SPD) wurde die Regenbogenflagge auch am CSD gehisst. Klöckner begründete diesen Schritt mit dem klaren parlamentarischen Anlass, den der 17. Mai darstellt, und betonte, dass die Flagge an diesem Datum sichtbar sein soll.
Laut einer Erhebung des „Tagesspiegels“ planen viele Ministerien, die Regenbogenflagge heute zu hissen. Das Familienministerium und das Verteidigungsministerium haben bereits angekündigt, die Flagge zum diesjährigen CSD am 25. Juli zu setzen. Das Auswärtige Amt, das Verkehrsministerium und das Bundeskanzleramt hingegen verzichten auf das Hissen der Flagge. Es bleibt abzuwarten, wie die einzelnen Ministerien den vom Bundesinnenministerium festgelegten Vorgaben folgen werden.
Der 17. Mai steht international für den Kampf gegen Diskriminierung und für die Förderung der Akzeptanz unterschiedlicher Lebensweisen. Diese Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation von 1990, Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen, gilt als wesentlicher Meilenstein in der Geschichte der LGBTQ+-Bewegung.