Sven Schulze, Spitzenkandidat der CDU in Sachsen-Anhalt, steht im Mittelpunkt einer Debatte über den Umgang mit der AfD, die in Umfragen die absolute Mehrheit anstrebt. Sechs Wochen vor der Landtagswahl äußerte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer die Meinung, dass die CDU mit allen Parteien sprechen sollte. „Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt“, sagte Kretschmer. Diese Äußerung wird als Aufruf zu einem veränderten Dialog mit der AfD interpretiert, die seit Jahren als Herausforderer der etablierten Parteien im Osten Deutschlands auftritt.
Schulze hat wiederholt eine Kooperation mit der AfD ausgeschlossen. Er betont, dass seine Partei mit einer eigenständigen politischen Agenda antrete und nur mit Partnern zusammenarbeite, die eine positive Veränderung des Landes unterstützen. In Umfragen liegt die AfD derzeit deutlich vor der CDU. Es wird erwartet, dass die Koalition aus CDU, SPD und FDP ihre Mehrheit in der bevorstehenden Wahl verlieren könnte, was die Möglichkeit einer CDU-geführten Minderheitsregierung aufwirft.
Der CDU-Bundesvorsitzende Friedrich Merz versucht, eine größere Debatte über die Brandmauer zu vermeiden. Er bekräftigte in einer Sommerpressekonferenz, dass die CDU keine Zusammenarbeit mit der AfD oder der Linken anstrebe und die bestehenden Parteitagsbeschlüsse einhalte. Kretschmers Äußerungen finden jedoch Widerspruch, insbesondere von Seiten der SPD, die eine Ablehnung jeglicher Kooperation mit der AfD fordert.
Der Wahlkampf der AfD, angeführt von Ulrich Siegmund, ist bereits in vollem Gange. Mit dem Slogan „Alles ist möglich“ und einem umfangreichen Wahlkampffokus möchte die AfD ihre Wähler mobilisieren. Der Verfassungsschutz stuft die Partei in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch ein. Schulze äußerte die Befürchtung, dass eine neu gegründete Partei, das BSW, möglicherweise mit der AfD zusammenarbeiten könnte, sollte sie ins Parlament einziehen. Die Diskussion um den Umgang mit der AfD wird den weiteren Verlauf des Wahlkampfs prägen.