Die CDU hat auf ihrem Parteitag in Stuttgart einen Antrag angenommen, der die Abschaffung telefonischer Krankschreibungen fordert. Die Maßnahme reagiert auf die anhaltend hohen Fehlzeiten von Beschäftigten. Laut der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), die den Antrag eingebracht hat, führt die Vereinfachung des Zugangs zu Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen dazu, dass die Entscheidung, sich krank zu melden, erleichtert wird. Diese „Bettkantenentscheidung“ könnte langfristig zu einem Anstieg der Krankschreibungen führen, warnen die Initiatoren.
Friedrich Merz, der Kanzler und CDU-Vorsitzende, hatte zuvor den hohen Krankenstand als problematisch bezeichnet und die geltenden Regelungen zur telefonischen Krankschreibung infrage gestellt. Aktuell können Patient:innen, die bereits in der Praxis bekannt sind und milde Symptome aufweisen, auch ohne persönlichen Arztbesuch telefonisch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten. Diese Regelung erlaubt eine Krankschreibung von bis zu fünf Kalendertagen. Für eine anschließende Folgebescheinigung ist jedoch ein Besuch in der Arztpraxis nötig.
Die Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte an, die bestehenden Regelungen prüfen zu wollen. Die Debatte über die telefonische Krankschreibung wirft grundlegende Fragen zur Kontinuität der medizinischen Versorgung und den Umgang mit Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auf. Politische Akteure im Gesundheitsbereich stehen nun unter Druck, die Anliegen der Beschäftigten und die wirtschaftlichen Auswirkungen in Einklang zu bringen.