Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten, einschließlich Deutschland, aufgefordert, ihre nationalen Grenzkontrollen schrittweise abzubauen. Der österreichische EU-Kommissar Brunner äußerte sich in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe und betonte, dass eine Reduzierung der Kontrollen in den neun betroffenen Mitgliedstaaten, zu denen auch Deutschland gehört, sowohl möglich als auch angesichts der gesunkenen Asylzahlen angebracht sei. Zudem verwies er auf die Wirksamkeit der EU-Maßnahmen wie dem Außengrenzschutz und dem neuen Einreise- und Ausreisesystem.
In Deutschland haben sich die Kontrollen an den Staatsgrenzen, die im Frühjahr 2025 unter Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) verschärft wurden, bereits an mehreren Standorten flexibilisiert. Dobrindt hat jedoch angekündigt, vorerst an einer strengeren Kontrolle festzuhalten. Am kommenden Freitag tritt die reformierte Asylsystem-Gesetzgebung der EU in Kraft, die nach jahrelangen Verhandlungen beschlossen wurde.
Im Schengen-Raum gilt eigentlich die Reisefreiheit ohne regelmäßige Grenzkontrollen. Zurzeit führen jedoch neben Deutschland auch die Schengen-Staaten Österreich, Dänemark, Frankreich, Italien, die Niederlande, Norwegen, Slowenien und Schweden temporäre Kontrollen durch. Die Entscheidung darüber liegt letztlich in der Hand der nationalen Regierungen, während die EU-Kommission lediglich Empfehlungen aussprechen kann.