Berlin – Das Europäische Parlament hat am 17. Juni 2026 einem Kompromiss über die Verordnung zu Neuen Genomischen Techniken (NGT) zugestimmt. Diese Entscheidung anerkennt das Potenzial neuer Züchtungsmethoden für die Landwirtschaft und ermöglicht deren Anwendung in Deutschland sowie in anderen europäischen Ländern. Die Zustimmung wird als starkes Signal für Innovation, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gewertet.
Eine breite Allianz von Verbänden aus der Agrar-, Biotechnologie- und Ernährungswirtschaft hat die Entscheidung begrüßt. Diese Allianz hat sich über mehrere Jahre aktiv in die Diskussionen rund um die Regulierung dieser Techniken eingebracht und sich für eine differenzierte Bewertung ausgesprochen. Ziel war es, Pflanzen, die auch auf natürliche Weise hätten entstehen können, nicht länger als gentechnisch veränderte Organismen zu klassifizieren.
Das Ergebnis der Abstimmung weckt die Zuversicht innerhalb der Allianz, dass NGT-Pflanzen der Kategorie 1 zügiger in der landwirtschaftlichen Praxis verfügbar sein werden. Angesichts der zunehmenden Herausforderungen durch den Klimawandel und geopolitische Spannungen wird der Bedarf an effektiveren Züchtungsmethoden als dringlich wahrgenommen. Die neue Regelung könnte zudem zu mehr Rechtssicherheit im internationalen Handel führen, insbesondere mit Ländern, die bereits innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für derartige Pflanzen etabliert haben.
Die beteiligten Verbände haben ihre Bereitschaft signalisiert, weiterhin fachlich zur praktischen Umsetzung auf europäischer und nationaler Ebene beizutragen. Zu den unterzeichnenden Organisationen zählen unter anderem der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie, der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter sowie die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie.
Die Pressemitteilung, die die Reaktion auf die Abstimmung beschreibt, hebt hervor, dass ein innovativer rechtlicher Rahmen notwendig ist, um den Anforderungen der modernen Landwirtschaft gerecht zu werden.