In der aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die Sender RTL und ntv hat die Union um einen Prozentpunkt auf 22 Prozent zugelegt. Trotz dieser leichten Steigerung bleibt sie weiterhin nur geringfügig über ihrem historischen Tiefststand von 21 Prozent. Die Alternative für Deutschland (AfD) bleibt mit stabilen 27 Prozent die stärkste politische Kraft im Land.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) hat hingegen einen Prozentpunkt verloren und fällt mit nunmehr 4 Prozent erneut unter die für sie entscheidende Fünf-Prozent-Hürde. Der zwischenzeitliche Aufschwung nach der Wahl von Wolfgang Kubicki zum Parteivorsitzenden hat sich somit vorerst nicht gehalten. Die Umfragewerte der anderen Parteien haben sich im Vergleich zur Vorwoche nicht verändert: Die Grünen halten 15 Prozent, die SPD 12 Prozent, die Linke 11 Prozent und die Bürger für Sachsen (BSW) kommen auf 3 Prozent. Auffällig bleibt der hohe Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen, der zurzeit bei 25 Prozent liegt und damit über dem Anteil bei der Bundestagswahl 2025.
Rund 45 Prozent der Wahlberechtigten können sich vorstellen, bei einer Bundestagswahl die Union oder die SPD zu wählen. Die Grünen haben mit einem Wählerpotenzial von 39 Prozent ebenfalls größere Reserven, als ihre aktuellen Umfragewerte zeigen. Bei der Linken und der FDP können sich jeweils etwa 30 Prozent der Wahlberechtigten eine Stimme vorstellen. Im Gegensatz dazu liegt das Wählerpotenzial der AfD bei lediglich 28 Prozent, was geringere Mobilisierungsreserven bedeutet. Von den Nicht-Wählern der AfD können sich nur 8 Prozent vorstellen, der Partei künftig ihre Stimme zu geben.
In Bezug auf die Frage, welche Partei am besten in der Lage ist, die aktuellen Probleme in Deutschland zu lösen, schneiden Union und AfD gleichauf ab, mit jeweils 13 Prozent der Befragten, die ihnen die größte politische Kompetenz zuschreiben. Die Zustimmung zur Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz der CDU bleibt auf einem niedrigen Niveau: Nur 14 Prozent zeigen sich zufrieden, während 84 Prozent seiner Arbeit kritisch gegenüberstehen. Unter den Anhängern der Union beträgt die Zustimmung lediglich 48 Prozent.
Die wirtschaftlichen Erwartungen der Deutschen zeigen ebenfalls einen negativen Trend. Nur 13 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse, während 63 Prozent eine Verschlechterung befürchten und 20 Prozent eine Stabilität der Lage erwarten. Obwohl der allgemeine Pessimismus leicht nachgelassen hat, bleibt er auf einem hohen Niveau.
Die genannten Umfragewerte wurden im Zeitraum vom 16. bis 22. Juni 2026 bei insgesamt 2.504 Befragten ermittelt. Zur Frage der politischen Kompetenz beantworteten 1.004 Personen die entsprechenden Fragen.