Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hat Unternehmer eindringlich davor gewarnt, sich der Alternative für Deutschland (AfD) anzunähern. In einem Gespräch mit der „Handelsblatt“ äußerte er, die AfD gefährde nicht nur die demokratischen Grundwerte, sondern arbeite auch aktiv gegen die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands. Unternehmen seien auf offene Märkte und verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen, die durch die nationalpopulistische Rhetorik und die Abschottungsforderungen der AfD in ihrer Stabilität bedroht seien.
Fratzscher beschrieben die politische Ausrichtung der AfD als gefährlich für den wirtschaftlichen Wohlstand und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Er forderte Führungspersönlichkeiten in der Wirtschaft dazu auf, nicht nur kurzfristige Eigeninteressen zu verfolgen, sondern sich auch klar gegen extremistische Strömungen zu positionieren, insbesondere in Zeiten, in denen demokratische Institutionen unter Druck geraten.
Knut Bergmann, Leiter des Berliner Büros des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sieht eine zunehmende Unzufriedenheit als Teil des Rising Support für die AfD unter bestimmten Unternehmergruppen. „Der Frust ist einfach riesengroß“, äußerte er. Viele Unternehmen hätten das Gefühl, dass notwendige Reformen ausblieben. Trotz dieser Unzufriedenheit betonte er, dass eine breite Unterstützung für die AfD in der Wirtschaft nicht gegeben sei. Sorgen bereite ihm, dass die AfD Regierungsverantwortung erlangen oder ihre Positionen durch andere Parteien legitimiert werden könnten.
Bergmann riet Unternehmen, die der AfD skeptisch gegenüberstehen, die Anliegen ihrer Mitarbeiter ernst zu nehmen. „Sachliche Argumente ohne erhobenen Zeigefinger sind oft überzeugender als pauschale Warnungen“, fügte er hinzu. Die Diskussion um die Rolle der AfD in der Wirtschaft bleibt angesichts der bevorstehenden Wahlen und der Verschiebungen im politischen Klima in Deutschland von hoher Relevanz.