Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland verschärft sich. Nach neuen Prognosen des Bundesgesundheitsministeriums wird das Defizit im Jahr 2027 voraussichtlich um 3,5 Milliarden Euro höher ausfallen als zuvor angenommen. Das Ministerium gab dies am Freitag in Berlin bekannt, nachdem es die vorläufigen Zahlen für das erste Quartal 2026 ausgewertet hatte. Die Erhöhung des Defizits wird auf einen stärkeren Anstieg der Gesundheitsausgaben zurückgeführt.
Im Rahmen eines Sparpakets, das vom Bundeskabinett in Diskussion gebracht wurde, will das Ministerium Maßnahmen ergreifen, um die Zusatzbeiträge zu stabilisieren. Geplant ist eine Entlastung der Krankenkassen um 16,3 Milliarden Euro im Jahr 2027. Allerdings bedeutet das höhere Defizit von 18,8 Milliarden Euro, dass anstelle eines finanziellen Puffers eine neue Lücke von 2,5 Milliarden Euro entsteht.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat in ihrem Sparplan Ausgabenbremsen für Arztpraxen, Kliniken und die Pharmaindustrie vorgesehen. Zusätzlich sind höhere Zuzahlungen für Medikamente angedacht sowie Einschränkungen bei der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Diese Einschnitte stießen bereits auf Widerstand aus dem Gesundheitssektor. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte, dass die Sparvorgaben nicht verringert werden dürften.
Die Beratungen über das Sparpaket im Bundestag finden in einer angespannten Atmosphäre statt, während die Kassen unter finanziellem Druck stehen und der Ausbau der Gesundheitsversorgung mit den bestehenden Mitteln immer schwieriger wird.