Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat die Bundesregierung aufgefordert, Reformen ohne Tabus und ohne Furcht vor anstehenden Wahlen anzugehen. In einem Interview mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ äußerte Günther die Überzeugung, dass die Bevölkerung bereit sei, notwendige Veränderungen und Einschnitte zu akzeptieren. Er betonte, dass die Politik den Bürgern klar kommunizieren müsse, dass die gegenwärtige Zeit nach Reformen verlangt.
Günther warnte davor, dass Parteien Angst haben sollten, Wähler zu verlieren, wenn sie Reformen beschließen. Vielmehr würden Wähler sich von den Parteien abwenden, wenn signifikante Veränderungen ausblieben, obwohl sie offensichtlich nötig seien. Dies führe dazu, dass die Menschen das Gefühl hätten, die Politik sei nicht in der Lage, die bestehenden Probleme zu lösen. Er prognostizierte, dass sich das Engagement für Reformen sowohl für die Union als auch für die SPD bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern auszahlen werde. Seiner Meinung nach ist die Handlungsfähigkeit der Parteien das einzige wirksame Mittel, um der AfD entgegenzuwirken.
Ferner wies Günther darauf hin, dass die Menschen keine Belehrungen darüber benötigten, mehr arbeiten zu müssen, um das Land zu verbessern. Politiker sollten bei ihren Wortmeldungen darauf achten, die Bürger nicht persönlich anzugreifen. Damit spielte er auf bestimmte Äußerungen aus seiner eigenen Partei in den vergangenen Monaten an.