Hamburg scheidet aus dem Rennen um die deutsche Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Spiele aus. Bei einer Bürgerabstimmung, die am 31. Mai 2026 stattfand, sprachen sich die Wählerinnen und Wähler mit einer klaren Mehrheit gegen die Bewerbung der Hansestadt aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent, wobei insgesamt 652.193 Stimmen abgegeben wurden.
Bereits vor dem Abschluss der Stimmauszählung zeichnete sich eine Niederlage für die Initiatoren der Bewerbung ab. In einem früheren Referendum im Jahr 2015 war bereits einmal eine ähnliche Entscheidung gegen die Olympiabewerbung getroffen worden; damals votierten 51,6 Prozent der Bürger gegen die Pläne für die Spiele 2024. Bürgermeister Peter Tschentscher und sein rot-grüner Senat sahen sich deshalb erneut mit einem Rückschlag konfrontiert.
Nach dem jetzigen Votum kann Hamburg nicht weiter im nationalen Wettbewerb um die Austragung der Spiele kandidieren. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September entscheiden, welcher der verbleibenden Kandidaten — München, die Rhein-Ruhr-Region oder Berlin — ins internationale Verfahren geht. München und die Rhein-Ruhr-Region konnten in ihren Befragungen jeweils rund 66 Prozent der Bürger für eine Bewerbung gewinnen, während Berlin auf ein Referendum verzichtete und stattdessen die Bewerbung im Abgeordnetenhaus beschloss.
Trotz eines breiten Bündnisses aus Politik, Sport, Wirtschaft und Kultur für die Olympiabewerbung in Hamburg, scheiterten die Befürworter an den Argumenten der Gegner, die vor allem finanzielle Risiken und Umweltbelastungen anführten. Die Kritik zielte auch auf steigende Mietpreise und einen Mangel an positiven Auswirkungen für den Breitensport. Die Olympia-Gegner, einschließlich der Linken und der AfD sowie Umweltverbänden, konnten mit ihren Botschaften mehr Stimmen mobilisieren.
Das Ergebnis der Abstimmung stellt einen weiteren Rückschlag für Bürgermeister Tschentscher dar, der sich aktiv und sichtbar für die Olympiabewerbung eingesetzt hatte. Trotz seiner Bemühungen, die positiven Aspekte einer Olympiaveranstaltung hervorzuheben, reichten die Argumente nicht aus, um die Mehrheit der Hamburger zu überzeugen.