CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek hat nach AfD-Erfolgen vor Folgen für die Pflege in Deutschland gewarnt. Bei einer Veranstaltung von Politico in Berlin sagte er am Dienstag, ohne Menschen mit Migrationshintergrund könne man die Pflege nicht aufrechterhalten.
„Wenn wir keine Leute hätten mit Migrationshintergrund in unserem Land, dann könnten wir die Pflege zusperren“, sagte Holetschek nach der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum neuen Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt. Er verband seine Kritik ausdrücklich mit diesem Vorgang.
Holetschek sagte, jeder dritte Mensch in der Pflege habe einen Migrationshintergrund. Wenn sich Fachkräfte wegen der politischen Debatte in Deutschland nicht mehr wohlfühlten und das Land verließen, könne der Bereich langfristig „zumachen“, sagte er. „Das wird uns ganz massiv treffen“, fügte er hinzu.
Der CSU-Politiker kritisierte auch die Forderung der AfD nach einer sogenannten Remigration. Die Aussagen fielen in eine Zeit, in der die Pflege nach Angaben der Bundesregierung unter demografischem Druck, steigenden Unterstützungsbedarfen und einem angespannten Arbeitsmarkt steht.
Personalengpässe treffen demnach stationäre Einrichtungen, ambulante Dienste und die Pflege in privaten Haushalten. Das Bundeskabinett hatte in der vergangenen Woche einen Entwurf für eine Pflegereform gebilligt. Eine Kommission soll im nächsten Jahr weitere Vorschläge für tiefgreifende strukturelle Reformen erarbeiten.
