Innenminister Dobrindt warnt vor steigenden Cybercrime-Bedrohungen in Deutschland

Innenminister Dobrindt warnt vor steigenden Cybercrime-Bedrohungen in Deutschland

Mai 12, 2026
1 min. lesezeit

Deutschland steht weiterhin im Fokus von Cyberkriminellen, wie Innenminister Alexander Dobrindt am Dienstag in Berlin erläuterte. Bei der Vorstellung des „Bundeslagebild Cybercrime 2025“ wies er darauf hin, dass das Land als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt eines der attraktivsten Ziele für Cyberangriffe bleibt. Die Zahl der registrierten Cybercrime-Vorfälle hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht und es wurden rund 334.000 Straftaten im engeren Sinne dokumentiert. Aus dem Ausland oder von unbekannten Orten wurden zwei Drittel dieser Taten verübt.

Die Schäden für die deutsche Wirtschaft sind erheblich und sollen sich auf 202,4 Milliarden Euro belaufen, was etwa 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Insbesondere schwere Cyberdelikte und Angriffe auf Unternehmen, Behörden sowie kritische Infrastrukturen haben sich vermehrt. Dobrindt kündigte an, die Reaktionsfähigkeit der Sicherheitsbehörden durch erweiterte Befugnisse und Unterstützung zu stärken.

Martina Link, Vizepräsidentin des Bundeskriminalamtes (BKA), betonte die Wichtigkeit eines kontinuierlichen Adaptionsprozesses der Behörden, um angemessen auf die dynamische Bedrohungslage im Cyberraum zu reagieren. Im Jahr 2025 sind 1.041 Ransomware-Angriffe registriert worden, was einem Zuwachs von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders betroffen sind Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Insgesamt stiegen die durchschnittlichen Lösegeldzahlungen auf etwa 15,5 Millionen US-Dollar, während immer weniger Opfer bereit sind, Lösegeld zu zahlen.

Die Zahl der DDoS-Angriffe, die auch als Überlastungsangriffe bekannt sind, hat um 25 Prozent auf 36.706 Fälle zugenommen. Die Gruppe „NoName057(16)“, die mit Unterstützung Deutschlands für die Ukraine in Verbindung steht, hat zahlreiche Angriffe auf deutsche Einrichtungen verübt. Durch internationale Operationen wie „Operation Eastwood“ wurde ein Teil der Infrastruktur dieser Gruppierung zerschlagen.

Zudem gewinnen KI-basierte Werkzeuge im Bereich Cybercrime immer mehr an Bedeutung. Cyberkriminelle nutzen diese Technologien, um Angriffe effektiver durchzuführen. Gleichzeitig eröffnen sie auch neue Möglichkeiten für die IT-Sicherheit, insbesondere in der Frühwarnung von Schwachstellen. Die Behörden sehen sich herausgefordert, ihre Fähigkeiten und Methoden kontinuierlich anzupassen, um die Sicherheit im Cyberraum zu verbessern.

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